Mehr als 8.000 Teilnehmer diskutierten bei "Deutschland spricht" über politische Streitfragen. Viele haben uns ein Selfie geschickt.

Was geschieht, wenn sich zwei einander Fremde mit unterschiedlichen Meinungen treffen? Das konnten wir in der ZEIT-ONLINE-Redaktion in den vergangenen Tagen tausendfach nachlesen. Am 23. September hatten sich mehr als 8.000 Menschen im Rahmen der Aktion Deutschland spricht mit einem Nachbarn getroffen, der die Welt ganz anders sieht. Ein Algorithmus brachte jene Paare zusammen, die politisch uneins sind, dafür aber nahe beieinander wohnen. 

Nach den Treffen baten wir die Teilnehmer um eine kurze Beschreibung des Gesprächs und um ein Selfie. Mehr als 3.500 zum Teil sehr emotionale Texte haben uns seither erreicht. Sie handeln von neunstündigen Gesprächen, die dennoch nicht ausreichten, um alle Fragen zu klären. Und von Begegnungen, die dabei halfen, die Welt einmal durch die Augen eines anderen zu sehen.        

Ein Rentner aus Berlin schrieb, er habe den Eindruck, sich nach dem Gespräch von "einem Freund" verabschiedet zu haben. Ein Softwareentwickler aus Koblenz verließ das Treffen mit dem Gefühl, nun etwas besser zu verstehen, warum so viele seiner Freunde die AfD wählen. Und eine Marketing-Managerin aus Stuttgart will das Gespräch mit ihrem Deutschland-spricht-Partner unbedingt bald fortführen – bei einer Pizza. 

Eine Auswahl der Texte haben wir hier für Sie gesammelt. Klicken Sie auf die Zitate, um zu den einzelnen Geschichten zu gelangen. 

Was uns Deutschland-spricht-Teilnehmer über ihre Treffen berichtet haben

Auswahl anpassen
Weniger zeigen
»Erstaunlich, wie jemand mit guter Bildung und Lebenserfahrung so eine unterschiedliche Meinung haben kann.«
 › 
»Bei einigen Punkten musste ich schlucken. Eine krasse Erfahrung.«
 › 
»Vielleicht der Auftakt zu einer wunderbaren Freundschaft.«
 › 
»Ich glaube, dass die eigentliche Wurzel des politischen Dissens zwischen uns beiden zu finden ist.«
 › 
»Wir haben nur eine Kontroverse gefunden: Mein Gesprächspartner liebt Berlin, ich mag es nicht.«
 › 
»Es hat richtig Spaß gemacht und ich wurde auf einen Kaffee eingeladen«
 › 
»Beängstigend, dass ganz normale, nette, nicht ungebildete Leute in der AfD sind.«
 › 
»Mich hat die Verehrung für Donald Trump befremdet.«
 › 
»Mit dem pathologischen Verschwörungstheoretiker war kein Gespräch möglich.«
 › 
»Ich glaube, dass mein Gegenüber mit der AfD sympathisiert, es aber nicht offen zugibt.«
 › 
»Andersdenkende bekommen ein Gesicht.«
 › 
»Wir haben in drei Stunden keine Minute geschwiegen.«
 › 
»Diskussionen mit religiösen Menschen sind nur in engen Grenzen möglich und sinnvoll.«
 › 
»Wir werden uns regelmäßig wiedertreffen und überlegen, ob wir Gesprächskreise bilden können.«
 › 
»Beruhigend zu erfahren, dass auch sehr konträre Meinungen ganz zivilisiert und ohne Hysterie diskutiert werden können.«
 › 
»Zwei Deutsche, die fast als Freunde auseinandergehen, im gleichen Land, in der gleichen Stadt, in ein völlig anderes Leben. Das ist nicht gut so.«
 › 
»Das Treffen mit einem Parteifunktionär der AfD war eine Herausforderung.«
 › 
»Man kann AfD-Wähler aus der bürgerlichen Mitte erreichen, wenn man sie denn ernst nimmt und ihnen zuhört.«
 › 
»Es gibt nicht nur Ja und Nein, sondern viele Schattierungen dazwischen.«
 › 
»Wir waren zu viert, mit Lebenspartnern. Es herrschte viel Übereinstimmung.«
 › 
»Gespräch kam nicht zustande. Gesprächspartner ist nach Österreich übergesiedelt.«
 › 
»Ich verabschiedete mich von einem Freund.«
 › 
»Es gibt mehr Gleichdenkende, als wir annehmen.«
 › 
»Wenn man lange genug diskutiert, schleifen sich die Unterschiede ab und man trifft sich meist in der Mitte.«
 › 
»Wir glauben beide nicht, dass diese Debatte wirklich etwas in der deutschen Gesellschaft bewegen wird.«
 › 
»Hatte das Gefühl, in eine Wahlveranstaltung geraten zu sein.«
 › 
»Beide waren sich bewusst, dass jedes Ding mindestens zwei Seiten hat.«
 › 
»Mein Gesprächspartner war nur halb so alt wie ich und hat mir die Sichtweise einer anderen Generation nahegebracht.«
 › 
»Freundliche und nicht unsympathische Menschen mit viel persönlicher Frustration treiben die Spaltung der Gesellschaft voran«
 › 
»Ich erkenne, wie schwer es ist, in sich geschlossene Denkgebäude aufzuweichen.«
 › 
»Einen detaillierten Einblick in die Organisationsstruktur der AfD.«
 › 
»Politische Meinungen lassen sich niemals in Schwarz oder Weiß aufteilen.«
 › 
»Der größte Unterschied zwischen uns war der Altersunterschied.«
 › 
»Ich habe viele AfD-Wähler in meinem Freundeskreis. Endlich verstehe ich, warum sie diese Partei wählen.«
 › 
»Das merkwürdigste Blind Date aller Zeiten.«
 › 
»Haben uns zum gemeinsamen Pizzaessen verabredet.«
 › 
»Es ist nicht wichtig, dieselbe Meinung zu haben. Wichtiger ist es, sich differenziert mit Themen auseinanderzusetzen und andere Menschen nicht in eine Schublade zu stecken.«
 › 
»Wie ein Gespräch mit einem Schulfreund, der zu einigem eine andere Meinung hat.«
 › 
»Meine Gesprächspartnerin war die Freundin eines Bekannten.«
 › 
»Wir sind beide Hobbygärtner und mögen Skandinavien.«
 › 
»Rheinländer sind sich im Großen und Ganzen einig.«
 › 
»Das Gespräch hat neun Stunden gedauert. «
 › 
»Mit dem unbekannten Gegenüber bin ich auf Anhieb prima klargekommen.«
 › 
»Die eigene Lebenserfahrung ist wie ein Filter, den man auf die Gegenwart legt.«
 › 
»Wir haben uns auf Anhieb super verstanden und haben sogar das gleiche Hobby.«
 › 
»Haben unser Gespräch auf der gemeinsamen sechsstündigen Fahrt nach Hause geführt.«
 › 
»Es hat geregnet und wir wollten unter meinen Schirm passen.«
 › 
»Wir haben uns sofort erkannt.«
 › 
»Wir kannten uns bereits, sodass wir einen guten Gesprächseinstieg fanden. «
 › 
»Wir suchen alle nach Antworten auf die gleichen Fragen.«
 › 
»Es lohnt sich, neugierig zu sein.«
 › 
»Ich würde mir wünschen, dass auch Politiker teilnehmen.«
 › 
»Habe vermutlich zum ersten Mal über die Bedeutung von China für die Entwicklung von Afrika nachgedacht.«
 › 
»Mein Gesprächspartner hatte für alles Verständnis, aber keine Haltung.«
 › 
»Gedankenaustausch zwischen den Generationen.«
 › 
»Es ist schwer, in geschlossenen Systemen als gleichberechtigter Bürger akzeptiert zu werden.«
 ›