US-Präsident Donald Trump hat mit Drohungen auf eine weitere Karawane mit Flüchtlingen in Mittelamerika reagiert. Er werde die finanzielle Unterstützung für Honduras, Guatemala und El Salvador streichen, sollten sie ihre Grenzen nicht vor illegal Reisenden schützen, twitterte er. "Jeder, der die Vereinigten Staaten illegal betritt, wird festgenommen und verhaftet, bevor er zurück in sein Land geschickt wird!"

In der vergangenen Woche begann ein Zug von Migranten im honduranischen San Pedro Sula mit der Reise Richtung USA. Laut Beobachtenden wuchs die Gruppe in Guatemala seit Montag auf mehr als 2.000 Menschen an. Im April hatte eine andere Karawane mit Migrantinnen und Migranten aus Zentralamerika für Aufmerksamkeit in den USA gesorgt, weil Präsident Donald Trump und andere Mitglieder seines Kabinetts die Betroffenen als Gefahr für die nationale Sicherheit bezeichneten. Anfang Mai beantragten sie dann nach ihrem letzten Reiseabschnitt durch Mexiko Asyl in der US-Grenzstadt San Diego.

Knapp drei Wochen vor der Parlamentswahl in den USA ist die Drohung an die mittelamerikanischen Staaten ein weiterer Schritt von Trump gegen illegale Migration vor allem an der Südgrenze der USA. Der US-Präsident hat in den weniger als zwei Jahren seiner Amtszeit bereits starke Einschnitte bei der Zuwanderung gemacht. Neben seinem Muslim ban, der in Teilen von Gerichten zurückgenommen wurde, machte er unter anderem den Familienzusammenhalt für illegale Migrantinnen und Migranten schwieriger und ließ teils Kleinkinder von ihren Eltern trennen. Die Gesamtzahl der Flüchtlinge, die die USA pro Jahr aufnehmen, reduzierte die Regierung Trumps von einst mehr als 100.000 auf 30.000 Menschen. 

Für Honduras, Guatemala und El Salvador haben die USA seit 2014 Hilfen in Höhe von 2,6 Milliarden Dollar bereitgestellt. Für 2019 sind 65,7 Millionen Dollar allein für Programme in Honduras eingeplant, die Sicherheit, Demokratieaufbau, Menschenrechte sowie wirtschaftliche und soziale Entwicklung fördern.