In Berlin hat am Samstagmittag eine Großkundgebung gegen Rassismus begonnen. "Sagt es laut, sagt es klar, wir sind alle unteilbar", skandierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor der Bühne am Alexanderplatz. Nach einer Demonstration durch die Stadt soll es eine Abschlusskundgebung mit Auftritten von Musikern geben. Unter dem Motto "Solidarität statt Ausgrenzung – für eine offene und freie Gesellschaft" hatte das Bündnis Unteilbar zu dem Protest aufgerufen. Er richtet sich gegen rechte Hetze, Diskriminierung, das Flüchtlingssterben auf dem Mittelmeer und Kürzungen im Sozialsystem.

Gegen elf Uhr versammelten sich bereits Zehntausende Demonstranten auf den Straßen am Alexanderplatz mit Transparenten, Plakaten und Luftballons. Unter anderem war zu lesen "Nein zur Hetze gegen Muslime" oder "Rassismus ist keine Alternative". Ein riesiges Transparent trug die Aufschrift "Solidarität mit den Opfern rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt". In die ernsthaften Botschaften mischten sich aber auch zahlreiche andere Stimmen wie "Ruhig, Brauner! Wendy-Leser:innen gegen Nazis", "Bass statt Hass", "Einhörner gegen Rassisten" oder einfach nur der auf ein Stück Pappe geschriebene Aufruf: "Lieb sein".

Die Veranstalter hatten 40.000 Menschen erwartet, am frühen Nachmittag zählten sie bereits 150.000 Demonstrantinnen und Demonstranten, später gaben sie sogar 242.000 an. Als die Demonstrationsspitze auf ihrem Weg bereits das Brandenburger Tor erreicht hatte, standen die letzten Teilnehmer noch auf dem gut zwei Kilometer entfernten Alexanderplatz. "Wir sind wahnsinnig zufrieden mit der Resonanz", sagte Felix Müller von der Initiative Unteilbar. Dies bestätige, dass viele Menschen ein Zeichen gegen rechts und für Solidarität hätten setzen wollen.

Konzert am Abend

Zu der Veranstaltung hatten sich die unterschiedlichsten Gruppierungen angemeldet. Unter anderem auch der Zentralrat der Muslime, Pro Asyl, das Bündnis gegen Abschiebung nach Afghanistan, das Bündnis für mehr Personal im Krankenhaus. Etliche Organisationen und Parteien waren mit eigenen Wagen vertreten, beispielsweise Attac, die Grünen und die Linke.

Der Zug sollte über den Potsdamer Platz und das Brandenburger Tor zur Siegessäule führen. Zahlreiche Organisationen, Verbände und Parteien unterstützen den Aufruf. Darunter sind Prominente wie der Schauspieler Benno Fürmann, der Fernsehmoderator Jan Böhmermann, die Band Die Ärzte, die Sängerin Christiane Rösinger. Auch Herbert Grönemeyer tritt am Abend auf. 

Unter dem Motto "Wir sind mehr" sind auch in anderen Städten Deutschlands an diesem Samstag Kundgebungen geplant.