Der aktuelle Weltbildungsbericht lobt Deutschland für seinen Einsatz bei der Integration von Flüchtlingen und Migranten. Die Bundesrepublik fördere etwa die sprachliche Bildung in Kindertagesstätten mit zusätzlichen 800 Millionen Euro zwischen 2016 und 2020 überdurchschnittlich, heißt es im Weltbildungsbericht der Weltkulturorganisation Unesco, in dem auch die Anerkennung beruflicher Qualifikationen als richtungsweisend herausgehoben werden.

Allerdings sehen sie im deutschen Bildungssystem auch Verbesserungsbedarf: unter anderem, dass viele Flüchtlingskinder lange in Sonderklassen unterrichtet werden. Die Bildungsexperten empfehlen stattdessen gemeinsamen Unterricht von Schülern mit und ohne Migrationshintergrund. "Das gemeinsame Lernen aller muss die nächste Aufgabe sein, der sich das Land stellt", heißt es.

Der Weltbildungsbericht überprüft jedes Jahr die Fortschritte der Staatengemeinschaft bei der Umsetzung ihrer selbst gesteckten globalen Nachhaltigkeitsziele. So hatten sich die Länder einst darauf geeinigt, bis 2030 "für alle Menschen inklusive, chancengerechte und hochwertige Bildung sowie Möglichkeiten zum lebenslangen Lernen" sicherzustellen.   

Dieses Ziel wird keineswegs erreicht. In den meisten Staaten wird Migranten, Flüchtlingen und ihren Kindern das Recht auf Bildung nicht hinreichend gewährt, schreiben die Autorinnen und Autoren des Unesco-Berichts, und verweisen darauf, dass mehr als die Hälfte aller weltweit Vertriebenen unter 18 Jahre alt ist.

"Jeder verliert, wenn die Bildung von Migranten und Flüchtlingen ignoriert wird", sagte Unesco-Generaldirektorin Audrey Azoulay, und sieht dabei vor allem die wohlhabenderen Staaten in der Pflicht. So beherbergten Länder mit einem geringen oder mittleren Bruttonationaleinkommen 89 Prozent der Flüchtlinge weltweit. Ausgerechnet diesen Ländern fehle es jedoch an Mitteln für Bildung. In dem Report ruft die Unesco daher Geber zur Verdreifachung von Finanzhilfen und langfristiger Unterstützung auf.