Okay, das mit der Schweiz ist allgemein bekannt: Erst 1991 führte der Kanton Appenzell Innerrhoden das Frauenwahlrecht ein – zwanzig Jahre, nachdem es auf Landesebene beschlossen wurde. In Deutschland dürfen Frauen inzwischen seit 100 Jahren wählen, in Polen und Österreich ebenso. Wann in den übrigen Staaten das Frauenwahlrecht eingeführt wurde, sehen Sie im Zeitraffer auf unserer Weltkarte. 

Lettland und Finnland – beide damals Teil des Russischen Kaiserreichs – waren 1905 und 1906 die ersten europäischen Länder, die alle Frauen wählen ließen. Dänemark, Norwegen und Island zogen wenig später nach. Viele Bundesstaaten der USA ebenfalls.

Einige Staaten sind allerdings nur vermeintlich Musterländer in Sachen Gleichberechtigung. Wahlrecht für Frauen war in manchen Ländern gleichbedeutend mit: Wahlrecht für weiße Frauen. So dürfen zwar seit 1903 die meisten Australierinnen das Parlament mitbestimmen – Aborigine-Frauen (und -Männer) dagegen erst seit 1962. In Südafrika dürfen weiße Frauen seit 1930 wählen, schwarze Frauen erst seit 1994. Diese Länder sind deshalb in der Karte zunächst orange eingefärbt.

Das gilt auch für Länder, in denen zu Beginn nur verheiratete Frauen wählen durften (Bulgarien ab 1938), oder solche, in denen nur Frauen mit Besitztümern dieses Recht bekamen (Kanada, Großbritannien, 1918), oder nur, wenn sie lesen und schreiben konnten (Puerto Rico 1929, El Salvador 1939).

In Bahrain dürfen Frauen bereits seit 1973 wählen. Die erste Wahl fand allerdings erst 2003 statt. Nordkoreanerinnen durften 1946 das erste Mal wählen – zwei Jahre vor den Südkoreanerinnen –, allerdings bekanntermaßen in einem Einparteiensystem.

2015 war das vorerst letzte Jahr, in dem ein Land das Frauenwahlrecht einführte: Saudi-Arabien. Ein kleiner grauer Fleck auf der Karte wird wohl auch in Zukunft bleiben: der Vatikan.