Die maltesische Hafenbehörde hat dem Rettungsschiff Seefuchs die Ausfahrt nach Deutschland genehmigt. "Ich möchte Sie darüber informieren, dass das Schiff Seefuchs, basierend auf den vorgelegten Dokumenten, die territorialen Gewässer von Malta verlassen darf", heißt es in einem Schreiben der maltesischen Hafenbehörde an die Hilfsorganisation Sea-Eye, das ZEIT ONLINE vorliegt. Seit dem 21. Juni befindet sich das Schiff, das Sea-Eye gehört, im Hafen von Valetta, die maltesischen Behörden verlangten für eine Ausreisegenehmigung zunächst ein Ende der Rettungsmissionen und eine andere Beflaggung. Das Schiff war als Sportboot in den Niederlanden registriert.

An der ersten Bedingung, die Aufgabe von Rettungsmissionen, hält die Behörde offenbar nicht mehr fest. Die zweite Bedingung, nämlich eine andere Flagge, hat Sea-Eye inzwischen erfüllt. Die Seefuchs trägt seit dem 19. November die deutsche Flagge. Unterstützung für den Flaggenwechsel erfuhr Sea-Eye unter anderem von der Deutschen Botschaft und dem Auswärtigen Amt. "Nichtregierungsorganisationen leisten einen wichtigen Beitrag zur Seenotrettung im Mittelmeer. Das Auswärtige Amt erkennt dies ausdrücklich an", heißt es in einem Schreiben der Behörde an die Organisation.

Sea-Eye-Sprecher Gorden Isler erklärte zum weiteren Vorgehen: "Wir wollen die Seefuchs nun schnell nach Deutschland überführen, um sie dort ihrer neuen Eignerin zu übergeben." Welche Organisation das Schiff übernimmt, soll später bekannt gegeben werden. Für die Überführung suche die Organisation noch Nautiker und Maschinisten. Für ihre künftigen Rettungsmissionen will Sea-Eye ein neues Schiff einsetzen.

Die Crews der Seefuchs waren an der Rettung von mehr als 5.000 Menschenleben beteiligt. Laut der Internationalen Organisation für Migration und dem Flüchtlingswerk UNHCR sind in diesem Jahr bereits mindestens 2.063 Menschen bei ihrer Flucht über das Mittelmeer gestorben.