Nach dem Tsunami in Indonesien mit mindestens 430 Toten ist die Gefahr für die Bevölkerung noch nicht gebannt. Der Vulkan Anak Krakatau, dessen Ausbruch den Tsunami ausgelöst hatte, ist weiter aktiv und stößt Aschewolken aus, die die Insel verdunkeln. Indonesiens Behörde für Klimatologie und Geophysik (BMKG), warnte die Bevölkerung, sich von Küstengebieten fernzuhalten. Das raue Wetter könne den Krater des Vulkans zerbrechlicher machen. "Meiden Sie Küstengebiete von 500 Meter bis 1 Kilometer landeinwärts", sagte BMKG-Chefin Dwikorita Karnawati.

Nach Angaben von Indonesiens Meteorologiebehörde BMKG sei man auf einen erneuten Ausbruch aber besser vorbereitet. "Wir haben ein Überwachungssystem entwickelt, das sich speziell auf die vulkanischen Erschütterungen in Anak Krakatau konzentriert, damit wir Frühwarnungen aussprechen können", sagte Karnawati.

Am Samstag hatte es eine Erschütterung des Vulkans gegeben, die zu einem Kollaps des Kraters geführt hatte. Dadurch wurden die Wellen mit einer Höhe von bis zu fünf Metern ausgelöst. Nach neuen offiziellen Angaben kamen durch den Tsunami 430 Menschen ums Leben, 154 Menschen gelten noch als vermisst. Zu versorgen sind rund 1.500 Verletzte und 16.000 Betroffene, die aus Küstenabschnitten in höher gelegene Regionen fliegen mussten. Die Flutwelle kam ohne Vorwarnung und traf vor auch Urlaubsresorts, die wegen der Nähe zur indonesischen Hauptstadt Jakarta bei Einheimischen beliebt sind und kurz vor dem Jahreswechsel gut besucht waren.

Rettungskräfte versuchen derzeit bei extremen Wetterbedingungen in abgelegene Gebiete an der Westküste Javas vorzudringen. Starker Regen hatte allerdings zu verschlammten Straßen geführt, die von Konvois mit Maschinen und Hilfsmitteln nicht passiert werden konnten. Auf der Suche nach Überlebenden werden an der verwüsteten Westküste Drohnen und Spürhunde eingesetzt. Mit schwerem Gerät und speziellen Kameras wird zudem versucht, Leichen unter den Trümmern aufzuspüren.

Es fehlen sauberes Wasser und Kleidung

Entlang der Küste wohnen Tausende Menschen in Zelten sowie zu Unterkünften umfunktionierten Gebäuden wie Moscheen und Schulen. Zwar wurden Reis und Instantnudeln an viele Unterkünfte geliefert, aber sauberes Wasser, Ausrüstung für nasses Wetter, frische Decken und Kleidung seien Mangelware, schilderten einige der Evakuierten.

Auch die Caritas international, das Hilfsverwerk des Deutschen Caritasverbandes, weitet seine Hilfe für die Opfer aus. Unter anderem ist ein medizinisches Team mit Ärtzen, Krankenpflegerinnen und Hebammen im Einsatz. Die Nothilfe für lokale Partner wurde auf 200.000 Euro erhöht. Indonesische Caritasverbände haben zudem Tausende Nothilfepakete verteilt.