Das Schiff Professor Albrecht Penck der NGO Sea-Eye hat am Freitagabend nach Informationen von ZEIT ONLINE den spanischen Hafen Algeciras verlassen können. Die erste zivile Seenotrettungsmission unter deutscher Flagge war in Spanien festgesetzt worden, obwohl Schiff und Crew abfahrbereit waren. Spanische Behörden wollten keine Genehmigung erteilen. Dann schalteten sich die deutschen Behörden ein und erreichten nach fünf Tagen Verhandlungen eine Einigung. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie sowie das Auswärtige Amt hatten die NGO bei der Beantwortung offener Fragen der spanischen Behörden unterstützt.  

Auf der Professor Albrecht Penck sind 18 Besatzungsmitglieder aus Österreich, Deutschland, Ghana, Norwegen, der Ukraine und aus Russland. Sie sind nun auf dem Weg in das Einsatzgebiet vor der libyschen Küste. Dort wurden am Freitag mehrere Seenotfälle bekannt. Die Besatzung besteht aus sieben Seeleuten, angeführt vom Hamburger Kapitän Klaus Merkle. Sie wird um elf ehrenamtliche Menschenrechtsbeobachter, Ärzte und Rettungssanitäter ergänzt.  

Die Fahrt ins Einsatzgebiet kann zwischen vier und fünf Tagen dauern. Dort wird sich die Professor den anderen NGO-Schiffen Sea-Watch 3 und Open Arms anschließen, um vor den Küsten Libyens Wache zu halten, zu beobachten, zu dokumentieren und zu helfen, wenn Hilfe benötigt wird, teilte die NGO ZEIT ONLINE mit. Die lange durch verschiedene Staaten blockierten privaten Seenotrettungen waren Ende November wieder angelaufen.

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Der Verein Sea-Eye e.V. wurde 2015 in Regensburg gegründet. Mit den umgerüsteten Fischkuttern Sea-Eye und Seefuchs beteiligten sich mehr als 800 ehrenamtliche Rettungskräfte, in über 60 Missionen, unter niederländischer Flagge an der Rettung von 14.378 Menschen. Im Sommer 2018 entschied die Vereinsführung, zwei neue Schiffe unter deutscher Flagge in den Einsatz zu senden: die Bavaria One und die Professor Albrecht Penck. Die damit verbundene Hoffnung auf Unterstützung durch deutsche Behörden hat sich in dieser Woche in Spanien bestätigt.