Das Rettungsschiff der deutschen Hilfsorganisation Sea-Watch hat im Hafen von Catania angelegt. Die Sea-Watch 3 lief in der sizilianischen Stadt ein, nachdem Italien sich mit anderen EU-Staaten auf die Verteilung der 47 Migranten an Bord geeinigt hatte. Auch Deutschland nimmt einen Teil der Gruppe auf.

Alle geretteten Menschen haben das Schiff verlassen und sind an Land gegangen. Die italienische Polizei und das Rote Kreuz empfingen die Menschen und versorgten sie. Fast zwei Wochen hatten die Flüchtlinge auf dem Schiff der deutsche Organisation Sea-Watch auf dem Mittelmeer ausgeharrt.

In Catania befürchtet die Berliner Hilfsorganisation allerdings juristische Probleme. "Die SeaWatch 3 wurde nach Catania beordert. Weg von einem sicheren Hafen, in eine Stadt, deren Staatsanwalt bekannt für seine Agenda gegen NGOs ist", twitterte Sea-Watch. "Wenn das kein politischer Schachzug ist, wissen wir auch nicht. Wir hoffen das Beste und bereiten uns aufs Schlimmste vor." 

Staatsanwalt Carmelo Zuccaro aus Catania hatte mehrmals gegen Nichtregierungsorganisationen ermittelt. 2017 ließ er das deutsche Rettungsschiff Iuventa festsetzen. Damals war der Vorwurf Beihilfe zur Menschenschlepperei, dies wurde aber nie bewiesen. Auch ein Schiff der spanischen NGO Open Arms hatte er vorübergehend beschlagnahmen lassen, und den Hilfsorganisationen SOS Méditerranée und Ärzte ohne Grenzen warf er vor, mit ihrem Schiff illegal gefährlichen Müll in Italien entsorgt zu haben.  

Salvini fordert Ermittlungen gegen Sea-Watch

Die Sea-Watch 3 hatte die Migranten, unter ihnen acht Kinder, am 19. Januar vor der libyschen Küste aufgenommen und durfte zunächst in keinen europäischen Hafen einlaufen. Die italienische Regierung erlaubte die Einfahrt, nachdem sie sich mit anderen europäischen Regierungen über die Verteilung der Migranten geeinigt hatte. Neben Deutschland wollen Italien, Malta, Rumänien, Luxemburg, Portugal und Frankreich Geflüchtete von dem Schiff aufnehmen.

Italiens rechtspopulistischer Innenminister Matteo Salvini hat jedoch bereits Ermittlungen gegen Sea-Watch gefordert und lässt prüfen, wie "für Italien nicht ungefährliche" Schiffe blockiert werden könnten.

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