Wetter - »Sowas hab‘ ich noch nicht erlebt« Nach starkem Schneefall sind in Bayern an mehreren Orten Menschen eingeschneit worden. Im Video erzählen Bahnreisende und Anwohner von den Einschränkungen. © Foto: Angelika Warmuth/dpa

Riesige Schneemengen beeinträchtigen das Leben in weiten Teilen Südbayerns. Bei Berchtesgaden sitzen rund 350 Menschen fest und müssen per Lastwagen mit Lebensmitteln versorgt werden.

Die einzige Straße zum Ortsteil Buchenhöhe in der Nähe des Obersalzbergs sei bis auf weiteres gesperrt, sagte ein Sprecher des Landratsamtes Berchtesgadener Land am Mittwoch. Mehrere Bäume drohten unter der schweren Schneelast umzustürzen und sollten gefällt werden. Nur Einsatzkräfte können die eingeschneiten Bewohner über die Straße erreichen.

In der Nähe von Bad Tölz blockieren Bäume, die unter der Schneelast umgekippt sind, derzeit die Staatsstraße in die Gemeinde Jachenau. Der eingeschneite Ort ist nur noch über eine Forststraße erreichbar. Damit den Bewohnern in den kommenden Tagen nicht das Essen ausgeht, soll auch hier ein Lastwagen Lebensmittel dorthin liefern. Außerdem wurden für Notfälle Sanitäter in dem Ort stationiert.

In Österreich kam unterdessen ein 62 Jahre alter Lehrer bei einem Skiunfall in Österreich ums Leben. Nach Angaben der Polizei verlor der Mann auf der Mariazeller Bürgeralpe bei der Abfahrt einen Ski und stürzte über den Pistenrand in einen steil abfallenden Wald. Dort blieb er im lockeren, meterhohen Schnee kopfüber stecken. Die nachkommenden Schüler konnten dem Mann wegen der Schneemassen nicht helfen. Als Einsatzkräfte der Bergrettung Mariazell zu dem 62-Jährigen absteigen konnten, war er den Angaben zufolge bereits tot. Aufgrund der Lawinen- und Schneebruchgefahr haben die Behörden in Österreich mehrere Bundesstraßen gesperrt.

Winter - Räumfahrzeuge in Bayern im Dauereinsatz Starke Schneefälle behindern den Straßenverkehr in Süddeutschland. Am stärksten betroffen sind laut ADAC das bayerische Alpenvorland, der bayerische Wald und der Schwarzwald. © Foto: Patrick Seeger/dpa

Auch in Bayern war der Verkehr am Mittwoch vom Schneefall beeinträchtigt: Auf der A8 stand laut Polizei ein Transporter quer, die Autobahn wurde in Richtung München bei Friedberg gesperrt. Autofahrer auf der A9 im Norden Münchens standen am Morgen mehr als 20 Kilometer im Stau. Nach Angaben des ADAC lag der Zeitverlust im Berufsverkehr bei fast einer Stunde. In der Region Hof und im Fichtelgebirge kamen zahlreiche Autos und Lastwagen von den Straßen ab. Ein Mensch wurde verletzt.

Bei der Bayerischen Oberlandbahn (BOB) fielen wegen des winterlichen Wetters auf den Strecken südlich von München einige Verbindungen aus. Auch beim Busverkehr in der Landeshauptstadt sorgte der Schnee für Verspätungen und Ausfälle auf allen Linien.

Auch anderswo stellen die Schneemassen die Räumdienste vor erhebliche Probleme: Im oberbayerischen Landkreis Miesbach gilt Katastrophenalarm. In Bad Wörishofen sperrte die Stadt vorübergehend die Eissporthalle wegen Einsturzgefahr. Durch den Schnee auf dem Dach der Halle sei die zugelassene Dachlast deutlich überschritten.

In guter Erinnerung werden wohl viele bayerische Schulkinder das aktuelle Winterwetter behalten: Für einige von ihnen fällt derzeit die Schule aus - etwa im Berchtesgadener Land, im Ostallgäu und in Teilen des Landkreises Deggendorf.