Das Anti-Folter-Komitee des Europarats hat Griechenland für seinen teils menschenunwürdigen Umgang mit Migrantinnen und Flüchtlingen kritisiert. In seinem Bericht wirft das Gremium dem Land eine Reihe von Verfehlungen vor. So mangele es an Ärzten und medizinischer Versorgung, mancherorts würden die Menschen auf engstem Raum zusammengepfercht, Minderjährige würden nicht ausreichend geschützt.

Die Expertinnen und Experten führen konkrete Beispiele an. Zum Zeitpunkt ihres Besuchs in Griechenland etwa seien im Auffanglager Fylakio im Nordosten des Landes bis zu 95 Migranten in einem einzigen Raum untergebracht gewesen. Dabei habe jeder Einzelne nur etwas mehr als einen Quadratmeter Platz gehabt. Unter den dort Festgehaltenen seien auch Kinder und Schwangere gewesen.

Die Menschen müssten teils über Wochen oder Monate in dem Lager bleiben, heißt es in dem Bericht weiter. Auch würden in Polizei- oder Grenzschutzstationen immer wieder Menschen unter ungeeigneten Bedingungen für längere Zeit festgehalten, die Umgebung sei teils verdreckt.

Die Experten riefen die griechischen Behörden auf, jeden Festgehaltenen mit ausreichend Nahrung, einer Matratze, Bettzeug und Körperpflegeprodukten zu versorgen. Überbelegungen müssten vermieden, Kinder und Frauen dürften niemals zusammen mit alleinstehenden Männern untergebracht werden. Die unzureichende medizinische Versorgung der Migrantinnen und Flüchtlinge müsse verbessert werden.

Migranten hätten auch glaubhaft von Misshandlungen durch Polizisten berichtet, schreiben die Europaratsmitglieder – genannt wurden Schläge, Tritte sowie Faust- und Knüppelhiebe. Zu den Übergriffen kam es demnach unter anderem in Fylakio und im Flüchtlingslager Moria auf der Insel Lesbos. Außerdem schilderten manche Befragte Massenzurückweisungen von Migranten über die türkische Grenze. Solche sogenannten Push-backs sind in Europa verboten.