Vor dem Landgericht Dessau-Roßlau hat der Prozess gegen zwei junge Afghanen begonnen, die für den Tod des 22-jährigen Markus B. in Köthen in Sachsen-Anhalt verantwortlich sein sollen. Den 17 und 18 Jahre alten Beschuldigten wird gemeinschaftliche Körperverletzung mit Todesfolge zur Last gelegt.

Der Verstorbene wollte laut Staatsanwaltschaft einen Streit zwischen den beiden Angeklagten und einem weiteren Afghanen schlichten. Er hatte zusammen mit einer Gruppe gesehen, wie einer der Beschuldigten jemandem ins Gesicht schlug. Markus B. soll versucht haben, einzugreifen. Laut Staatsanwaltschaft schlug einer der beiden Beschuldigten ihn ins Gesicht, sodass er zu Boden fiel. Der andere Angeklagte soll ihm dann mindestens einen Fußtritt gegen Oberkörper oder Kopf versetzt haben.

Der junge Mann starb kurz darauf in einer Klinik. Laut einem medizinischen Gutachten war wahrscheinlich ein akuter Herzinfarkt die Todesursache. Der 22-Jährige litt an einer angeborenen schweren Herzerkrankung.

Zu Beginn der Gerichtsverhandlung drückte einer der beiden Angeklagten sein Bedauern aus und bestritt eine Tatbeteiligung. Der 17-Jährige las einen vorbereiteten kurzen Text auf Deutsch vor. Er wolle der Familie und den Freunden des 22-Jährigen sein herzliches Beileid aussprechen. "Es tut mir unglaublich leid", hieß es in der kurzen Botschaft. Der Afghane bestritt aber, am Tod des Mannes beteiligt gewesen zu sein.

Der 18-Jährige Angeklagte ließ über seinen Verteidiger erklären, dass er Markus B. weder geschubst noch geschlagen oder getreten habe. Das Opfer habe er nach eigenen Angaben nicht wahrgenommen. "Ich entschuldige mich bei der Familie. Es war nicht beabsichtigt, dass so etwas passiert."

Der Fall hatte deutschlandweit für Schlagzeilen gesorgt, weil es wie in Chemnitz mehrere rechtsgerichtete Demonstrationen sowie Gegendemonstrationen gegeben hatte.