Im Zusammenhang mit dem Attentat von Christchurch ist in Österreich die Wohnung des Sprechers der rechtsextremen Identitären Bewegung, Martin Sellner, durchsucht worden. Das bestätigte das Innenministerium in Wien. Die Staatsanwaltschaft gab aus ermittlungstaktischen Gründen zunächst keine Details bekannt. Die Identitären wenden sich unter anderem gegen eine angebliche "unkontrollierte Massenzuwanderung".

Bei dem mutmaßlichen Terroristen von Christchurch handelt es sich um einen rechtsextremen Australier. Er hatte sich zentral auf Theorien der Identitären Bewegung berufen. Das Bekennerschreiben des Attentäters trug den Titel "Der große Austausch", eine Verschwörungstheorie der Identitären.

Sellners Angaben zufolge fand die Hausdurchsuchung möglicherweise wegen einer Spende des Tatverdächtigen von Christchurch an die Bewegung statt. Die Ermittlungen gegen ihn liefen wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, sagte Sellner in einem auf YouTube veröffentlichten Video. Er selbst habe mit dem Tatverdächtigen und dem Angriff in Neuseeland nichts zu tun. Vielmehr habe der Australier mit seiner "unverhältnismäßig hohen Spende" der Bewegung schaden wollen. "Er wollte mich damit in die Sache hineinziehen", sagte Sellner. Der Name des Attentäters von Christchurch sei ihm bekannt gewesen. Seinen Angaben nach habe er das Geld trotzdem behalten und sich in einer E-Mail für die Spende bedankt. Den Betrag wolle er jetzt einer karitativen Einrichtung spenden, kündigte Sellner an

Laut Medienberichten war der Attentäter von Christchurch im November 2018 durch Österreich gereist, möglicherweise auf den Spuren berühmter Schlachten. Auf einer seiner Waffen war zudem der Name des Kommandanten Ernst Rüdiger von Starhemberg zu lesen, der Wien während der sogenannten Zweiten Türkenbelagerung 1683 verteidigt hatte. Die Schlacht um Wien ist ein wiederkehrender Bezugspunkt in Schriften der Neuen Rechten und Identitärer Gruppen.

Bei dem Terroranschlag auf zwei Moscheen in Christchurch waren am 15. März während der Freitagsgebete 50 Menschen getötet und zahlreiche verletzt worden. Der Tatverdächtige sitzt in Untersuchungshaft, ihm droht wegen vielfachen Mordes lebenslange Haft.