Ein Streit unter YouTubern hat in Berlin zu einer Massenschlägerei mit mehreren Verletzten und neun Festnahmen geführt. Nachdem ein YouTuber aus Stuttgart in den sozialen Netzwerken zu einen Fantreffen aufgerufen hatte, versammelten sich am Donnerstagabend nach Angaben der Polizei etwa 400 Menschen auf dem Alexanderplatz. Aus bisher unbekannten Gründen gerieten etwa 50 Personen in einen Streit und schlugen aufeinander ein.

Etwa 100 Polizisten versuchten, die Jugendlichen zu trennen. Neun Beteiligte wurden vorübergehend festgenommen. Insgesamt wurden 13 Ermittlungsverfahren unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung und schweren Landfriedensbruchs eingeleitet. Zwei Polizisten wurden leicht verletzt.

Grund für die Auseinandersetzung ist Berichten zufolge ein länger andauernder Streit zwischen zwei jungen Rappern mit YouTube-Kanälen. Beide hätten ihre Anhänger per Video zum Alexanderplatz mobilisiert, hieß es. Der Landeschef der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Norbert Cioma, sagte: "Wir sehen in der Rapperszene und zunehmend auch bei anderen Influencern, dass sie teilweise sehr fahrlässig mit ihrem Einfluss umgehen und es scheinbar Mode wird, ganz bewusst Pulverfässer aufzumachen, um mehr Follower, Abonnenten und Klicks zu generieren."

Der Alexanderplatz zählt zu den sieben Kriminalitätsbrennpunkten in Berlin, an denen die Polizei besonders präsent ist. Seit rund einem Jahr gibt es dort eine eigene Polizeiwache sowie zusätzliche Polizeistreifen.