In deutschen Pflegeheimen und Krankenhäusern arbeiten 62.500 ausländische Pflegefachkräfte. Das berichtet die Welt am Sonntag unter Berufung auf Zahlen der Bundesagentur für Arbeit. Das entspricht etwa sechs Prozent der Beschäftigten in der Pflege. Demnach ist der Anteil ausländischer Pflegekräfte in den einzelnen Bundesländern sehr unterschiedlich. Während in Schleswig-Holstein nur vier Prozent der Pflegerinnen und Pfleger aus dem Ausland kommen, sind es in Baden-Württemberg 15 Prozent.

Die pflegepolitische Sprecherin der FDP, Nicole Westig, nannte die Zahl der bislang aus dem Ausland angeworbenen Pflegekräfte "nicht mal einen Tropfen auf den heißen Stein". Sie forderte die Bundesregierung auf, für einfachere Zugänge zum deutschen Arbeitsmarkt zu sorgen. "Aus unserer Sicht sind vor allem die Anerkennungsverfahren der Ausbildungsabschlüsse und der Arbeitserlaubnis zu bürokratisch, kompliziert und langwierig", sagte Westig.

Die FDP-Abgeordnete forderte eine bundesweit zentrale Stelle für die Zulassung der Fachkräfte. Bereits im August letzten Jahres haben die privaten Altenpflegeanbieter ein Programm zur Werbung ausländischer Pflegekräfte gefordert. Insgesamt sollten 15.000 ausländische Pflegekräfte angeworben werden. Diese sollten, wenn sie innerhalb von sechs Monaten einen Arbeitsvertrag haben, Bleiberecht erhalten. Auch Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat angekündigt, verstärkt Pflegekräfte aus Osteuropa anzuwerben. Allerdings birgt dies auch die Gefahr, Pflegerinnen und Pfleger mit gefälschten Abschlüssen nach Deutschland zu holen.

Das Bundesgesundheitsministerium und das Arbeitsministerium erklärten laut der Zeitung, eine Arbeitsgruppe arbeite derzeit an Vorschlägen, bürokratische Hürden für ausländische Pflegekräfte abzubauen.