Während des Völkermords in Ruanda im Frühjahr 1994 vergewaltigten Tausende Soldaten, Milizionäre und Mitläufer bis zu 500.000 Frauen und Mädchen. Von dieser Zahl geht das Kinderhilfswerk Unicef aus. Viele Frauen wurden von ihren Vergewaltigern schwanger und bekamen Kinder. Der Berliner Fotograf Olaf Heine hat von 2016 bis 2018 ruandische Mütter mit ihren aus diesen Vergewaltigungen entstandenen Töchtern porträtiert.

Manche haben bis heute ein distanziertes Verhältnis, für andere war das Kind der einzige Grund weiterzuleben. Für die Aufnahmen für den Bildband Rwandan Daughters wählten die Frauen gemeinsam mit dem Fotografen Orte, die auf die Umstände der Vergewaltigung hinweisen: ein Fluss, ein Feld, eine Kirche. Inzwischen ist Ruanda das erste Land der Welt, das die Gleichstellung von Frauen in der Verfassung festgeschrieben hat.