Bei einem Unglück mit einem Passagierflugzeug der russischen Fluglinie Aeroflot sind in Moskau zahlreiche Menschen gestorben. Nach Angaben einer Sprecherin des Ermittlungsteams starben bei der Notlandung der Maschine vom Typ Suchoi SSJ100 auf dem Flughafen Scheremetjewo 41 Personen, darunter mindestens zwei Kinder. Die Ermittler gehen davon aus, dass 37 Personen – knapp die Hälfte der Menschen an Bord – überlebten, einige von ihnen erlitten Verletzungen.

Insgesamt befanden sich 73 Passagiere und fünf Besatzungsmitglieder an Bord des Flugzeugs, als es am Sonntagabend notlanden musste. Angaben des Flughafens Scheremetjewo zufolge stellte die Besatzung des Fliegers, der sich auf dem Weg nach Murmansk im Norden Russlands befand, nach dem Start ein technisches Problem fest und entschied, zum Flughafen zurückzukehren. Gegen 18.30 Uhr musste das Flugzeug notlanden, wobei im hinteren Teil der Maschine Feuer ausbrach. Den Ermittlern zufolge platzte der noch voll befüllte Treibstofftank bei der Bruchlandung. Das Unternehmen Aeroflot teilte mit, dass Passagiere das Flugzeug über die Notausgänge hätten verlassen können. Mittlerweile sei das Feuer gelöscht worden, Verletzte würden medizinisch versorgt.

Viele der Überlebenden erlitten den Informationen nach Rauchgasvergiftungen. Die russische Flugsicherung leitete mehrere Maschinen zu anderen Flughäfen der Hauptstadt um. Die Flugaufsichtsbehörde entsandte Experten nach Scheremetjewo, dem Moskauer Flughafen mit dem höchsten Passagieraufkommen, um die Unglücksursache zu untersuchen. Sie sollen prüfen, ob die Sicherheitsvorkehrungen eingehalten wurden.  

Auf Videos im Internet ist zu sehen, wie die Maschine von Flammen und schwarzem Rauch umhüllt das Rollfeld entlangrast. Auf den Aufnahmen ist zu sehen, wie die rechte Tragfläche der Maschine brennt. Andere Videos zeigen Menschen, die über Rutschen die brennende Maschine verlassen.

Der russische Präsident Wladimir Putin sprach den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus. Die Untersuchungen sollten "so sorgfältig wie möglich" durchgeführt werden, hieß es in einer Erklärung des Kreml. Die Region Murmansk, aus der mutmaßlich viele der Opfer stammten, ordnete drei Trauertage an.

Das verunglückte Flugzeug war 2017 in Betrieb genommen worden, wie die Agentur Tass unter Berufung auf Luftfahrtkreise meldete. Der Hersteller Suchoi teilte mit, die Maschine sei Anfang April gewartet worden. Laut der Fluggesellschaft Aeroflot hatte der Pilot 1.400 Flugstunden Erfahrung mit dem Jet. Die staatliche Fluggesellschaft Aeroflot hatte erst im vergangenen Herbst den Kauf von weiteren 100 Jets des Typs angekündigt. Im Jahr 2012 war in Indonesien schon einmal ein Flugzeug desselben Typs verunglückt, dabei waren 45 Menschen gestorben.