Vor der Küste Libyens hat die libysche Marine 87 Migranten aus Seenot gerettet. In ihrem Schlauchboot sei am Tag zuvor der Boden durchgebrochen, teilte die libysche Marine mit. Die Migranten aus arabischen und afrikanischen Staaten wollten das Mittelmeer überqueren und hätten sich nach dem Unglück an Resten des Bootes und Plastiktonnen festgeklammert, als sie an Bord genommen wurden. Unter ihnen befinden sich sechs Frauen und ein Kind.

Ein Flugzeug der deutschen Hilfsorganisation Sea-Watch hatte die verunglückten Bootsinsassen gesichtet und zunächst ein Schiff der italienischen Marine kontaktiert. Die libysche Marine kam ihr allerdings zuvor, ebenso wie im Falle zweier anderer gesunkener Boote am vorherigen Tag. Insgesamt seien in den vergangenen Tagen 290 Menschen von der libyschen Küstenwache aus seeuntauglichen Booten gerettet und den Behörden für illegale Einwanderung übergeben worden.

Eine Woche zuvor hatte Sea-Watch 65 Flüchtlinge vor der libyschen Küste gerettet und auf die italienische Insel Lampedusa gebracht, wo die Verunglückten nach vier Tagen an Land gehen durften. Allerdings wurde dabei das Schiff der Hilfsorganisation von den italienischen Behörden beschlagnahmt.