Im Audimax der Hamburger Universität wurde der unendliche Podcast vor Publikum aufgezeichnet. Nach vier Stunden und 47 Minuten war alles gesagt. © Phil Dera für ZEIT ONLINE

Es ist das erste Mal, dass ein Gast zum zweiten Mal kommt. Beim ersten Gespräch in unserem Podcast Alles gesagt? ließ "Mr. Tagesthemen" Uli Wickert das Schlusswort schon nach zwölf Minuten fallen – und schon war alles vorbei. Das führte zu Protesten, die wiederum eine Abstimmung unter unseren Hörerinnen und Hörern inspirierte, an der Tausende teilnahmen.

83 Prozent wünschten sich, dass Uli Wickert noch einmal länger zu Wort kommt. Und so begrüßten die Gastgeber, ZEITmagazin-Chefredakteur Christoph Amend und ZEIT-ONLINE-Chefredakteur Jochen Wegner, den Moderator und Autor erneut – diesmal vor Publikum bei der Langen Nacht der ZEIT in Hamburg. Mehr als 1.700 Menschen hatten sich für den potenziell unendlichen Abend mit dem potenziell unendlichen Podcast angemeldet.

Uli Wickert berichtet aus seinem reichen Journalistenleben. Wie er sich einst mit Helmut Schmidt auf Jamaika Kokosnüsse zuwarf und sich mit Günter Grass in Peking betrank, wie Gerhard Schröder ihn zum gemeinsamen Abendessen mit Bill Clinton einlud und warum ihn die Begegnung mit dem Philosophen Herbert Marcuse besonders geprägt hat.

Natürlich werden Uli Wickerts Lieblingskäsesorten nicht nur live gegessen, sondern auch analysiert. Wickert ist Mitglied der französischen Käsegilde und erklärt seinen Gastgebern, wie man Camembert am besten isst. Und als allzu flüssiger Käse auf den Computer von Jochen Wegner tropft, weiß nur Uli Wickert weiter: "Nehmen Sie den Rotwein!"

Wie seine Kindheit am Mount Fuji und seine Jahre in New York und Paris waren, warum er Donald Trump nicht interviewen würde, und wie es kam, dass er in den Siebzigern in die SPD eingetreten ist – auch davon erzählt Uli Wickert.

Wie immer wird auch gesungen, gleich zwei Lieblingslieder unseres Gastes: Mercedes Benz von Janis Joplin und Spiel nicht mit den Schmuddelkindern von Franz Josef Degenhardt.

Nach 4 Stunden 47 Minuten sagt Uli Wickert dann zum zweiten Mal in der Geschichte von Alles gesagt? sein Schlusswort. Das darf beim unendlichen Podcast ja nur der Gast.

Hier ein Inhaltsverzeichnis des Gesprächs mit Minutenangaben:      

  • 00:02 Das Schlusswort bei ihm ist heikel
  • 00:05 "Als Junge hatte ich Warzen"
  • 00:08 Wo waren Sie, als Notre-Dame gebrannt hat?
  • 00:18 Der weinende Helmut Kohl
  • 00:20 Wie soll man ein Land regieren, das 246 Sorten Käse hat?
  • 00:21 Herr Schreier aus Singen am Bodensee, Uli Wickerts Lieblingkäsehändler
  • 00:22 "Er ist vorlaut, Ihr Freund"
  • 00:31 Wie man Geselle der französischen Käsegilde wird
  • 00:38 Warum Nicolas Sarkozy für Angela Merkel Käse servieren ließ
  • 00:39 Camembert schneiden lernen
  • 00:46 "Bist du ein postnationaler Europäer oder ein Bayer?"
  • 00:54 Was ist das einzige deutsche Wort, das im Französischen auf Deutsch benutzt werden darf? (Oui, le Schnorchel!)
  • 01:04 Wie sein Vater Erwin Wickert 1939 nach Tokio zur Deutschen Botschaft kam
  • 01:05 Eine Kindheit am Mount Fuji
  • 01:05 Als Käse in Jochen Wegners Laptop tropfte
  • 01:22 Der Großvater war bis zu seinem Tod Nazi
  • 01:30 Wie er den Bruder des letzten Kaisers von China in Peking traf
  • 01:45 Die zweite Flasche Bordeaux
  • 01:58 Wie es kam, dass Herr Müller aus Düsseldorf Mitglied im Volkskongress Chinas wurde
  • 02:11 Das berühmte AB-Spiel
  • 02:21 "Ich würde Trump nicht interviewen"
  • 02:22 "Ich würde dem Papst die Frage stellen, ob er wirklich an Gott glaubt"
  • 02:29 Als er sich einmal mit Helmut Schmidt auf Jamaika Kokosnüsse zuwarf
  • 02:46 "Angela Merkel hat der Politik Würde zurückgegeben, mit der Art und Weise wie sie zurücktritt"
  • 02:47 Digitalministerium oder Digitalmuseum?
  • 03:10 Live im Studio am 11. September 2001
  • 03:24 "Spiel nicht mit den Schmuddelkindern"
  • 03:28 Morgens mit seinen Kindern
  • 03:35 Ist er ein Feminist?
  • 03:40 Abendessen mit Gerhard Schröder und Bill Clinton
  • 03:51 Warum ist er in den Siebzigern in die SPD eingetreten?
  • 03:58 Warum John Irving in seinen Romanen den allerletzten Satz zuerst geschrieben hat
  • 04:09 "Das mit dem Goethe – muss das sein?"
  • 04:16 Warum er doch nicht Chefredakteur von Sat.1 geworden ist
  • 04:22 Pommes Frites müssen immer in die Mitte des Tischs
  • 04:23 Die Angstzustände von Eugène Ionesco
  • 04:34 Seine Begegnungen mit Herbert Marcuse
  • 04:42 Wen wählt er?