Drei ehemalige Mitglieder und ein aktiver Beamter des Spezialeinsatzkommandos (SEK) des Landeskriminalamts von Mecklenburg-Vorpommern sollen illegal Munition für die Prepper-Szene entwendet haben. Sie wurden festgenommen und werden am Donnerstag einem Haftrichter vorgeführt.

Während der Ermittlungen durchsuchten Polizei und Staatsanwaltschaft Wohnräume und Arbeitsplätze der SEK-Mitglieder. Insgesamt seien 14 Objekte betroffen gewesen, unter anderem in Rampe, Waldeck, Banzkow, Rostock und Güstrow. Gegen die Beschuldigten wird wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz und das Waffengesetz sowie wegen des Verdachts des gemeinschaftlichen Betrugs ermittelt.

Nach Angaben der Polizei sollen die drei früheren SEK-Mitarbeiter zusammen mit dem Beamten im Dienst Munition des LKA beiseitegeschafft und einem Vierten überlassen haben. Dieser habe wiederum eine Verbindung zur Prepper-Szene. Als Prepper bezeichnen sich Personen, die sich für den Fall von Krisen oder einem Zusammenbruch der staatlichen Ordnung Vorräte ansammeln – manche decken sich zu diesem Zweck auch mit Waffen ein. Der Name wurzelt im englischen Wort to prep, etwas vorbereiten.

Der Innenminister von Mecklenburg-Vorpommern Lorenz Caffier (CDU) sagte zu dem Vorfall, er sei "zutiefst erschüttert und fassungslos". Das Verhalten der Festgenommenen treffe ihn besonders hart, denn "Beamte des SEK genießen ein besonderes Vertrauen". Dieses in sie gesetzte Vertrauen hätten die Männer "erheblich missbraucht", sie seien suspendiert. Caffier fügte jedoch an, er sei zuversichtlich, dass das LKA und die Justiz die Vorfälle lückenlos aufklären werden. Er kündigte eine "strukturelle und personelle" Überprüfung der Diensteinheit an, "um jeglichen Anschein und Unterstellungen einer Verstrickung auszuräumen".