Lange bevor ich selbst ein Kind bekam, kannte ich sein Werk. Zumindest seine Buchrücken. Bei allen meinen Freundinnen stand einer im Regal. Ob sie da reinschauten? Ob sie alle Tipps befolgten? Schwer zu sagen. Jesper Juuls Bücher waren – und sind – wie Bibeln. Man muss nicht alle ihre Gebote kennen und befolgen, und doch prägen sie die Art, wie heute unzählige Eltern auf der Welt ihre Kinder erziehen. Juul war dabei kein Mann der Gebote, sondern eher einer, der einen Weg suchte zwischen Freiheit und Grenzen.

Als ich dann selbst anfing, Jesper Juul zu lesen, da leuchtete mir nicht unbedingt alles ein. Manches nervte mich. Aber doch habe ich ein paar seiner Ideen beherzigt. Zum Beispiel die der Gleichwürdigkeit. Nach Juul soll man sein Kind so respektvoll behandeln, wie man auch einen Erwachsenen behandeln würde. Sie müssen also nicht unhöflich werden, und schon gar nicht schreien. Nehmen Sie Ihr Kind ernst, begegnen Sie ihm mit Respekt. Erziehen sollen Sie es natürlich trotzdem. Das andere: Eine glückliche Beziehung der Eltern ist auch wichtig für die Kinder.

So wie mir geht es bestimmt unendlich vielen Eltern. Sie haben einen Rat von Jesper Juul gelesen, sie können ihn vielleicht gar nicht mehr so ganz korrekt zitieren, aber sie tragen ihn in ihrem Herzen. Das fiel mir heute auf, als ich einen Leserkommentar zur Nachricht seines Todes las. "Lieben Sie Ihre Kinder doch einfach", habe Juul den Helikoptereltern geschrieben. Haben Sie selbst solche Erinnerungen? Was ist Ihr liebster Tipp von Juul? Welcher hat Sie inspiriert, welchen haben Sie erfolgreich ignoriert? Verraten Sie es uns?

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