Louisiana - Hurrikan Barry auf Tropensturm heruntergestuft Wirbelsturm Barry ist auf die Küste Louisianas getroffen – mit weniger Stärke als erwartet. Dennoch sorgte er für Regenfälle und Hochwasser. © Foto: David J. Phillip/AP/dpa

Der Tropensturm Barry hat die Südküste der USA erreicht und zieht über den US-Bundesstaat Louisiana hinweg. Meteorologen hatten ihn zuvor kurzzeitig als Hurrikan eingestuft, weil er Windgeschwindigkeiten von 120 Kilometern pro Stunde erreicht hatte. Am Samstagnachmittag war der Wirbelsturm als erster Hurrikan der Saison westlich von New Orleans auf die Küste getroffen. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich die Windgeschwindigkeit schon wieder abgeschwächt. Trotzdem sei die Gefahr noch nicht gebannt, denn Barry bringt große Wassermassen mit, sagen Experten. Die befürchteten massiven Überschwemmungen blieben aber bislang aus.

Am Wochenende sorgte der Sturm bereits für Stromausfälle: Rund 117.000 Menschen waren am Samstag ohne Elektrizität – die meisten davon in Louisiana. Aber auch in den benachbarten Bundesstaaten Texas, Mississippi und Alabama kam es nach offiziellen Angaben zu Stromausfällen. Alle Flüge am Flughafen von New Orleans wurden gestrichen, Tausende Menschen verließen ihre Häuser, um sich in Sicherheit zu bringen. Die Befürchtung, dass die Deiche in New Orleans überflutet werden könnten, bewahrheitete sich bislang nicht. Der Pegel des Mississippi lag mit über fünf Metern noch knapp unterhalb der Hochwassergrenze.

Behörde warnt vor Niederschlägen

Das National Hurricane Center sagte am Samstagabend, dass die Hauptgefahr von den heftigen Regenfällen und Überschwemmungen ausgehe. Der Leiter Ken Graham bestätigte, dass der Sturm sich sehr langsam über das Meer bewegt und auf seinem Weg viel Wasser angesammelt habe. Er warnte, der Sturm dürfte heftige Niederschläge bringen und könnte zahlreiche Flüsse über die Ufer treten lassen.

Die Bürgermeisterin von New Orleans, LaToya Cantrell, rief die Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt am Samstagabend zur Vorsicht auf: "Wir sind in keiner Weise über den Berg." Auch am Sonntag könne es noch immer zu Sturmfluten kommen. Die nationale Wetterbehörde sagte auf Twitter: "Barry ist immer noch ein sehr gefährlicher Sturm, dessen Auswirkungen im Laufe des Sonntags zunehmen werden."

Im August 2005 hatte der verheerende Hurrikan Katrina rund 80 Prozent von New Orleans überflutet. Etwa 1.800 Menschen starben damals, Hunderttausende mussten ihre Wohnungen verlassen und die Stadt war schwer zerstört worden. Das Trauma ist bis heute in der Region nicht überwunden. Nach andauerndem Regen war es in Teilen der Stadt in den vergangenen Tagen zu Überschwemmungen gekommen. Für mehrere gefährdete Bereiche von New Orleans waren vorab Zwangsevakuierungen angeordnet worden.