Es ist nicht ungewöhnlich, dass der Amazonas zu dieser Jahreszeit brennt. Allerdings ist die Zahl der Brände in diesem Jahr außergewöhnlich hoch. Dabei ist das Ökosystem durch Rodungen und Klimawandel bereits extrem geschwächt. Seit dem Amtsantritt von Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro im Januar hat die Ausbeutung des Amazonas drastisch zugenommen. Indigene Gemeinden wie die Mura müssen täglich dabei zusehen, wie die Zerstörung ihres Lebensraumes voranschreitet. Laut der brasilianischen Weltraumforschungsagentur INPE ist die Abholzung in den ersten sieben Monaten dieses Jahres um rund zwei Drittel gestiegen. Oft werden bewusst Brände entfacht. Denn auch wenn die Welt mit großem Entsetzen zuschaut: die Feuer begünstigen wirtschaftliche Interessen großer Unternehmen. Vor allem die Fleisch- und Sojaindustrie profitiert. Größte Verlierer sind neben dem Klima diejenigen Volksgruppen, die seit Generationen in dem einstigen Dickicht aus dunklem Grün im Norden Brasiliens leben.