In zehn niederländischen Städten soll ab 2021 ausschließlich Marihuana aus legalem Anbau verkauft werden. Die Teilnehmer an diesem staatlichen Experiment wurden am Donnerstag von der Regierung bekanntgegeben. In den insgesamt 79 sogenannten Coffeeshops der beteiligten Orte darf mit Beginn der Testphase vier Jahre lang ausschließlich "Staatsmarihuana" verkauft werden, wie niederländische Medien das künftig in lizensierten und behördlich überwachten Anlagen zu produzierende Rauschmittel nannten.

Die beteiligten Städte sind Arnhem, Almere, Breda, Groningen, Heerlen, Hellevoetsluis, Maastricht, Nimwegen, Tilburg und Zaanstad. Die Hauptstadt Amsterdam sowie Rotterdam, Den Haag und Utrecht nehmen an dem Experiment nicht teil. Sie verwiesen nach Angaben der Nachrichtenagentur ANP darauf, dass sie nicht alle Vorbedingungen erfüllen könnten – darunter die Teilnahmepflicht für sämtliche Coffeeshops einer Stadt. Der Drogen-Tourismus aus dem Ausland wurde bereits 2011 eingeschränkt. Damals erließ die niederländische Regierung ein Gesetz, demzufolge Coffeeshops nur noch an Niederländer Cannabis verkaufen dürfen. Derzeit gibt es in den Niederlanden rund 560 Coffeeshops.

Die Regierung will mit dem Experiment feststellen, ob auf diese Weise die Drogenkriminalität sowie gesundheitliche Schäden durch mangelnde Qualität aus nicht kontrolliertem Anbau eingedämmt werden können. Nach geltendem Recht dürfen zwar Cannabisprodukte in den Coffeeshops verkauft werden. Jedoch ist der Anbau – mit Ausnahme von fünf Pflanzen für den privaten Konsum – verboten. Die Shops versorgen sich daher fast ausschließlich mit illegalen Lieferungen "durch die Hintertür".