Die Schüler-Protestbewegung Fridays for Future hat die Führung der Gewerkschaften auf ihrer Seite: Nach ver.di-Chef Frank Bsirske hat auch der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Reiner Hoffmann, seine Unterstützung öffentlich gemacht. In vielen Regionen gebe es bereits Gespräche zwischen Fridays-for-Future-Gruppen und dem DGB. Diese sollten ausgebaut werden. "Wer sich mit demokratischen Mitteln für seine politischen Ziele einsetzt und für mehr Klimaschutz demonstriert, verdient Respekt und hat unsere Unterstützung", zitiert das RedaktionsNetzwerk Deutschland eine Sprecherin Hoffmanns. Für die Gewerkschaften sei klar: "Die Politik muss beim Klimaschutz aufs Tempo drücken."

Für den 20. September hat Fridays for Future unter dem Slogan "Globaler Streik" weltweit zum Protest aufgerufen. In Deutschland werden an diesem Tag die Ergebnisse des Klimakabinetts vorgestellt. Zudem findet am 23. September der UN Climate Action Summit in New York statt.

"Weltweit werden Menschen auf die Straße gehen und für die Einhaltung des Parisabkommens und gegen die anhaltende Klimazerstörung laut werden", heißt es in der Ankündigung der Klimaschutzbewegung für den Aktionstag. Dem Aufruf zu diesem Streik wird sich der DGB allerdings nicht anschließen, da politische Streiks in Deutschland verboten sind. Hofmann machte darauf aufmerksam, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die sich mit den Aktionen von Fridays for Future solidarisieren und an Demonstrationen teilnehmen wollen, das Arbeitsrecht beachten sollten "und sich für diese Zeit freinehmen".   

Ver.di-Chef Frank Bsirske hatte seine Mitglieder zuvor aufgerufen, sich am 20. September an der Demonstration zu beteiligen. "Es geht darum, Flagge zu zeigen – wir brauchen ein deutlich konsequenteres Handeln der Politik beim Klimaschutz", sagte er der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung. Auch er schränkte aber ein, ver.di rufe "nicht zu einem ordentlichen Streik auf". Aber wem es möglich sei, der "sollte ausstempeln und mitmachen". Er selbst werde hingehen, sagte Bsirske. Schon im März hatte die DGB-Jugend in einem Beschluss der Klimaschutzbewegung ihre Unterstützung zugesichert.