Mindestens 2,5 Millionen unterernährte Kinder im Jemen drohen von lebensrettenden Hilfen abgeschnitten zu werden. Davor warnte die Chefin der UN-Nothilfe, Lise Grande. Sollte in den kommenden Wochen nicht eine bedeutsame Menge an Spenden zusammenkommen, würden Essensrationen für zwölf Millionen Menschen reduziert.

Die Vereinten Nationen seien gezwungen gewesen, die meisten Impfungen im Mai auszusetzen, und ohne neues Geld würden 22 Lebensrettungsprogramme im Jemen in den kommenden zwei Monaten schließen, sagte Grande. "Wenn kein Geld kommt, sterben Menschen."

Bei einer Geberkonferenz im Februar hatten Geldgeber 2,6 Milliarden Dollar (2,3 Milliarden Euro) versprochen, um den drängendsten Bedarf von mehr als 20 Millionen Jemeniten zu decken. Jedoch sei bisher weniger als die Hälfte des Geldes tatsächlich zusammengekommen.

Größte humanitären Krise der Welt

Einem Bericht der UN zufolge sind mehr als 7.500 Kinder im Jemen in den vergangenen fünfeinhalb Jahren nach Angaben der UN durch Luftangriffe, Bombardements, Kämpfe, Selbstmordanschläge, Minen und andere Sprengsätze getötet oder verletzt worden. Die Dunkelziffer sei vermutlich noch höher, da die Beobachtung in dem vom Krieg zerrütteten Land zunehmend schwierig werde, hieß es in dem Bericht.

Der Konflikt begann im Jahr 2014 mit der Einnahme Sanaas durch die Huthi-Rebellen. Dabei wurde damals die international anerkannte Regierung verdrängt. Seit 2015 bekämpft eine von Saudi-Arabien befehligte Militärkoalition die Huthis. Vor allem Zivilistinnen und Zivilisten leiden unter dem Konflikt, Tausende Menschen wurden getötet. Beobachter sprechen von der größten humanitären Krise der Welt.