Im US-Bundesstaat Texas ist ein Mann durch die Giftspritze hingerichtet worden. Der 48-jährige Larry Swearingens war wegen Vergewaltigung und Mordes an einer 19-jährigen Studentin 1998 zu Tode verurteilt worden, beteuerte aber bis zuletzt seine Unschuld. Einen Stopp der Exekution hatte der Oberste Gerichtshof der USA abgelehnt.

Gegen Swearingen waren seit dem Urteil im Jahr 2000 insgesamt fünf Hinrichtungstermine angesetzt worden. Am Mittwoch erhielt er einem Sprecher zufolge schließlich eine tödliche Injektion.

Verteidigung hielt Zeugenaussagen für falsch

Ein Gericht hatte es als erwiesen angesehen, dass Swearingen im Dezember 1998 eine damals 19 Jahre alte Studentin an einem College im Großraum Houston umgebracht habe. Ihre Leiche war fast einen Monat nach ihrem Verschwinden entdeckt worden.

Swearingen hatte erklärt, sein Todesurteil beruhe auf fadenscheinigen Beweisen. Der Antrag seiner Anwälte auf Aussetzung der Hinrichtung lehnte der Supreme Court ab. Sie hatten argumentiert, dass Staatsanwälte sich auf "falsche und irreführende Zeugenaussagen" über Blutspuren und ein Stück aus einer Strumpfhose gestützt hätten, mit der die junge Frau erdrosselt worden war.

Das Büro des Generalstaatsanwalts von Texas erklärte hingegen, Swearingen habe eine Falschheit der Zeugenaussagen nicht belegen können.

USA plant Todesstrafe auf Bundesebene durchzuführen

Swearingen war nach Angaben des Death Penalty Information Center der zwölfte Häftling, der 2019 in den USA hingerichtet wurde – und allein der vierte in Texas. Der Bundesstaat hat mehr Gefangene hingerichtet als jeder andere Staat. 2019 sind dort elf weitere Exekutionen geplant. Erst vor einer Woche hatte der Bundesstaat Tennessee einen verurteilten Doppelmörder auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet.

Anfang August hatte US-Präsident Donald Trump angekündigt, künftig Hassverbrechen und Massenmord mit der Todesstrafe ahnden zu wollen. Er habe das Justizministerium angewiesen, eine entsprechende Gesetzgebung auszuarbeiten, sagte Trump nach den Anschlägen in El Paso und Dayton in einer Ansprache an die Nation. 

Zudem hat die US-Regierung angekündigt, nach 16-jähriger Pause wieder Hinrichtungen auf Bundesebene durchführen zu wollen. Bei Fällen, in denen Straftäter von Bundesgerichten zum Tode verurteilt wurden, entscheidet die Bundesebene, ob die Strafe vollstreckt wird. Zuletzt hatte es das im Jahr 2003 gegeben. Zwar wurde die Todesstrafe seitdem weiterhin verhängt, aber nicht vollstreckt.

In den vergangenen Jahren hatten mehrere US-Bundesstaaten die Todesstrafe abgeschafft oder deren Vollstreckung ausgesetzt. Dennoch ist sie weiterhin in 29 der 50 Bundesstaaten erlaubt.