Eine Frau und ein weiblicher Teenager sitzen in der UN-Lobby und unterhalten sich: Angela Merkel und die Klimaaktivistin Greta Thunberg – einige Twitter-User bezeichneten Letztere als die mächtigste Frau der Welt. Allein das verdeutlicht, wie sehr der Klimawandel ins Zentrum gesellschaftlicher Debatten gerückt ist.

Vor diesem Hintergrund wollten wir von Ihnen wissen, was Ihnen in dieser Hinsicht am wichtigsten ist: Setzen Sie vor allem auf persönlichen Verzicht, um dem Klimawandel zu begegnen? Oder sehen Sie vor allem die Politik in der Pflicht, radikale Maßnahmen zu ergreifen?

Uns haben über 400 Kommentare erreicht, die unterschiedliche Perspektiven auf die Klimakrise widerspiegeln. 25 davon haben wir ausgewählt. Diese Auswahl ist nicht repräsentativ, zeigt jedoch ein breites Spektrum persönlicher Positionen. Die Stimmen bewegen sich zwischen Zuversicht, Aufruf zu radikalem Aktivismus und Resignation.

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Der Debatte liegen zwei gänzlich unterschiedliche Formen von Naivität zugrunde.
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Benjamin Brück
Ein einzelner Streiktag wird sicher nicht helfen.
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Anonym
Ohne den Markt geht es nicht.
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Sascha Glimmann
Klimaschutz muss endlich zur Belastung werden.
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Max Schürrle
Nötig ist eine sofortige Kehrtwende.
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Sheytan
Es muss Schluss sein mit gefühlten Wahrheiten.
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MikeRubato
Streik ist nötig.
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marina16
Solange weiterhin Kreuzfahrtschiffe durch unsere Weltmeere gondeln, halte ich jeden Verzicht eines Einzelnen für einen Tropfen auf den heißen Stein.
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Anonym
Emotionale Autowerbung sollte verboten werden.
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Querdenker22
Es gibt keinen klimafreundlichen Konsum.
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Capella
Freiheit bedeutet nicht die Freiheit, den Planeten zu zerstören.
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Sofia
Wir würden wahnsinnig viel Platz gewinnen, wenn wir parkende Autos verbannen.
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Anonyme
Wenn alle etwas tun, kommt enorm viel zusammen.
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Pasofino
Wir brauchen die Vision von einer Wirtschaft, die stabil bleiben kann, ohne weiter zu wachsen.
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Vanessa Bähr
Der Zug ist abgefahren.
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Thomas
Das Klima kann nur gerettet werden, wenn geltendes Recht gebrochen wird.
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Maurizio R.S.
Tausende von Menschen sind schwer zu ignorieren.
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N.H.
Maßnahmen, die etwas bewegen, werden schmerzhaft sein.
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Anonymer Leser
Es ist sicherlich noch nicht alles verloren.
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385 Grad
Die Politiker reagieren mehr auf Demonstrationen und den Stimmenzuwachs der Grünen als auf die reale Bedrohung.
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Klaus Klein
Wir schulden unseren Nachkommen zumindest einen ernsthaften Versuch.
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Schneeregen
Es herrscht noch zu wenig Panik.
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Relleum
Die Politik muss unserer Freiheit Grenzen aufzeigen.
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Janina S.
Reduktion und Verzicht sind die Antworten.
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Dirk Schöbel
Erfindergeist ist gefragt.
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Limübe

Ein anonymer Leser schrieb, nur durch wiederkehrende Demonstrationen würde sich das kollektive Bewusstsein für die Klimakrise nachhaltig einstellen. Viele halten Protest für ein notwendiges Mittel. "Den Willen der Massen kann die Politik längst nicht mehr ignorieren", schreibt ein Leser.

Während viele Leser und Leserinnen in einer veganen Ernährung, dem Boykott von Flugreisen oder dem Verzicht auf das eigene Auto einen sinnvollen Ansatz sehen, kritisieren andere die Konzentration auf individuelle Lösungen. Stattdessen müsse es um strukturelle Veränderungen gehen. Sie fordern strikte Vorgaben, neue Gesetze, auch Verbote seitens der Politik. Dies aber nicht nur auf nationaler Ebene, schreibt ein Leser – globale Initiativen seien notwendig. "Dazu gehört ein frühzeitiges Kohleausstiegsdatum, der Abbau der Subventionen im Auto- und Luftverkehr, eine Stadtplanung mit öffentlichem Nahverkehr und Radfahrern im Fokus", schreibt eine Leserin.

Die Gesellschaft darf nicht aus der Pflicht genommen werden.

Den Zuschriften zufolge können viele solch einen radikalen Ansatz in der nationalen und globalen Klimapolitik bislang allerdings nicht erkennen. Die Gesellschaft solle nicht aus der Pflicht genommen werden, müsse aber von der Politik Grenzen aufgezeigt bekommen, heißt es an einer Stelle. "Ohne den Markt geht es nicht", wirft ein anderer Leser ein: "Es braucht weitreichende wirtschaftliche Veränderungen. Es braucht Besteuerungen auf umweltschädliche Produkte."

Trotzdem wird bemängelt, dass vielen Europäerinnen die Dramatik des Klimawandels am Ende doch nicht genug bewusst sei. "Wir registrieren die Signale, die Stürme, die Hitzetage oder die Trockenheit in den Böden. Aber im Alltag registrieren wir die Bedrohung nicht", schreibt ein Leser.  

Resignierte Stimmen hingegen sagen, der Point of No Return sei längst überschritten. Es gehe nur noch um Schadensbegrenzung. "Ich sehe schwarz für unsere Zukunft", schreibt ein Leser. "Was nötig ist, wird leider nicht getan werden."