Der Tenor und Dirigent Plácido Domingo hat wegen Vorwürfen der sexuellen Belästigung die New Yorker Metropolitan Opera verlassen. Er habe bei der Opernleitung um Entbindung von seinen Pflichten gebeten und werde nicht mehr an der Met auftreten, sagte er der New York Times. Die Oper bestätigte seinen Rückzug. 

"Ich weise die Anschuldigungen gegen mich entschieden zurück und mache mir Sorgen um ein Klima, in dem Menschen ohne angemessene Untersuchungen verurteilt werden, aber nach einigem Nachdenken glaube ich, dass mein Auftritt in der Macbeth-Inszenierung von der harten Arbeit meiner Kollegen auf und hinter der Bühne ablenken würde", schrieb der spanische Opernsänger an die New York Times

Der 78-Jährige hätte am Mittwochabend zum Auftakt der Saison die Titelrolle in Giuseppe Verdis Oper Macbeth singen sollen. Es wäre sein erster Auftritt in den USA seit Bekanntwerden der Vorwürfe gewesen. Noch am Montag hatte das Opernhaus erklärt, dass er wie geplant am Mittwoch singen werde. Nun hieß es: "Die Met und Herr Domingo sind sich einig, dass er zurücktreten muss."

Mehrere Sängerinnen hatten Domingo im Zuge der MeToo-Bewegung teils Jahrzehnte zurückliegende Übergriffe vorgeworfen. Einige Opern und Orchester sagten daraufhin Auftritte Domingos ab. Andere halten jedoch weiter an dem Sänger fest. Bei seinem ersten Auftritt nach Bekanntwerden der Vorwürfe war der Künstler vom Publikum der Salzburger Festspiele demonstrativ gefeiert worden.