In einem Modellprojekt unterstützt der Bund finanziell 5.000 Ausbildungsstellen für Erzieherinnen und Erzieher. Bisher bekommt ein Großteil der Anwärter für diesen Beruf während der Ausbildungszeit kein Geld, teilweise müssen die Auszubildenden sogar noch Schulgeld zahlen. Da aber bundesweit Zehntausende Erzieherinnen und Erzieher gesucht werden, will Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) das ändern.

"Wir können als Bund nur einen Impuls setzen und modellhaft zeigen, dass es geht", sagte die Ministerin in Berlin. Die Erzieherausbildung sei Ländersache, deshalb sei es nicht möglich eine Vergütung oder die Abschaffung des Schulgeldes bundesweit per Gesetz festzuschreiben. Der Bund werbe aber dafür, dass alle Länder "sich auf diesen Weg begeben".

In dem Modellprojekt sollen in zwei Jahrgängen jeweils 2.500 Auszubildende gefördert werden. Die Plätze für dieses Jahr seien alle vergeben, sagte Giffey. Fast 8.000 Bewerbungen seien eingegangen. "Es gibt Menschen, die wollen Erzieher werden", sagte Giffey. Die Rahmenbedingungen müssten angepasst werden. "Es muss eine Ausbildungsvergütung geben." Ansonsten könnten sich Interessenten die Ausbildung oft nicht leisten.

Doch diese Interessentinnen und Interessenten werden dringend gebraucht: Eine Studie im Auftrag des Ministeriums kam zu dem Ergebnis, dass bis 2025 in Deutschland rund 191.000 pädagogische Fachkräfte fehlen. Giffey wirbt deshalb dafür, den Beruf attraktiver zu machen. Es geht nicht nur um die Bezahlung. Der Beruf müsse als eine pädagogische Tätigkeit verstanden werden. "Kurz gefasst: Erzieherin ist mehr als satt und sauber", sagte Giffey.

Die Fachschüler des Modellprojekts erhalten im ersten Ausbildungsjahr 1.140 Euro brutto, im zweiten 1.202 Euro, im dritten 1.303 Euro. Das Geld kommt allerdings nur im ersten Ausbildungsjahr komplett vom Bund. Im zweiten Jahr müssen die Träger 30 Prozent, im dritten Jahr 70 Prozent zuschießen.