Ein Attentat passiert nicht einfach so. Dem Anschlag in Halle gingen Vorstufen des Terrors voraus, die von antisemitischen Äußerungen bis hin zur Relativierung der Schoah reichen: Antisemitismus ist, wenn auf Schulhöfen Kinder mit "Du Jude" beschimpft werden. Antisemitismus ist, wenn ein Musiker von Körpern "definierter als Auschwitz-Insassen" rappt. Antisemitismus ist, wenn Björn Höcke eine "erinnerungspolitische Wende um 180 Grad" fordert. Antisemitismus ist, wenn jemand, der eine Kippa trägt, mitten in Berlin angegriffen wird. Antisemitismus ist, wenn ein jüdisches Restaurant Ziel eines Anschlags wird. Oder eine Synagoge.

"Es konnte und musste geschehen, weil es inzwischen normal ist, dass Nazis in Deutschland Menschen umbringen", kommentierte Dmitrij Kapitelman das Attentat in der taz. Antisemitismus steht nicht allein. Im rechtsextremen Weltbild trifft er auf rassistische, homophobe und antifeministische Überzeugungen – und ist somit mit den Morden des NSU, den Morddrohungen an die Frankfurter Anwältin Seda Basay-Yildiz und dem Mord an Walter Lübcke in Verbindung zu bringen. Diese Zusammenhänge zu verdeutlichen, war auch das Anliegen der Berliner Unteilbar-Demonstration am Sonntag, bei der die Namen zahlreicher Opfer rechtsextremer Gewalt der vergangenen Jahre verlesen wurden.

Vor diesem Hintergrund möchten wir uns an Jüdinnen und Juden in Deutschland wenden: Welche Forderungen stellen Sie an die Politik, an die Justiz, an die Gesellschaft? Was wurde versäumt? Was muss dringend nachgeholt werden?

Wir freuen uns, wenn Sie Ihre Meinung im Formular oder im Kommentarbereich schildern. Alternativ können Sie auch eine E-Mail an community-redaktion@zeit.de senden. Ausgewählte Beiträge möchten wir veröffentlichen, auf Wunsch gern anonym.

In diesem Kommentarbereich werden nur Antworten auf die oben gestellten Fragen veröffentlicht. Bitte nutzen Sie zur Diskussion über verwandte Themen die Kommentarbereiche unter den entsprechenden anderen Texten auf ZEIT ONLINE.