Unbekannte haben in Thüringen aus einem Auto heraus eine Flüchtlingsunterkunft mit einer Schreckschusswaffe beschossen und dabei rassistische Parolen gerufen. Verletzt wurde niemand, wie die Polizei am Montag mitteilte. Mitarbeiter des Wachschutzes der Unterkunft in Obermehler hatten demnach in der Nacht von Samstag zu Sonntag den älteren, grauen Pkw beobachtet, der sehr langsam vorbeifuhr, und die Polizei gerufen.

Ein Suchhund fand in der Nähe des Haupttors mehrere Patronenhülsen. Eine Fahndung nach dem Auto blieb zunächst ohne Erfolg. Die Polizei hat Ermittlungen wegen Bedrohung und Verstoßes gegen das Waffengesetz aufgenommen. In der aus zwei Wohnblöcken bestehenden Unterkunft leben laut Landratsamt derzeit rund 300 Menschen.

Thüringens Migrations- und Justizminister Dieter Lauinger (Grüne) verurteilte das Geschehen. Der Rechtsstaat werde "mit aller Härte gegen solche Vorfälle vorgehen". "Die Täter müssen rasch ermittelt werden und die Konsequenzen ihres Handelns zu spüren bekommen", erklärte Lauinger.

In Thüringen wird am Sonntag ein neuer Landtag gewählt. Der CDU-Spitzenkandidat Mike Mohring hat nach eigenen Angaben bereits mehrere Morddrohungen bekommen. Er soll aufgefordert worden sein, seine Kandidatur aufzugeben. Auch der Spitzenkandidat der Grünen, Dirk Adams, sagte, er sei von Rechtsextremisten bedroht worden. Das Schreiben sei am vergangenen Freitag per E-Mail in seinem Wahlkreisbüro in Nordhausen eingegangen, sagte Adams am Montag