Der britische Prinz Andrew legt wegen seiner Rolle im Epstein-Skandal bis auf weiteres seine öffentlichen Aufgaben nieder. Andrew teilte mit, es sei ihm in den vergangenen Tagen klar geworden, dass seine Freundschaft mit dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein zu einer großen Ablenkung für die Arbeit der Königsfamilie geworden sei. Er bedauere seine Verbindung zu Epstein und habe tiefes Mitgefühl mit Epsteins Opfern.

Prinz Andrew hatte mit einem Interview in der Sendung Newsnight der BBC am Samstag versucht, Spekulationen über seine Rolle im Epstein-Skandal zu beenden. Doch der Plan ging nicht auf. Der Prinz wurde stattdessen dafür kritisiert, keine Empathie für die Opfer von Epstein gezeigt zu haben.

Epstein steht im Zentrum eines Missbrauchsskandals und soll minderjährige Mädchen sexuell missbraucht und zwischen 2002 und 2005 in New York und Florida einen Missbrauchsring aufgebaut haben. 2008 war er erstmals von einem Gericht im US-Bundesstaat Florida als Sexualstraftäter verurteilt und 2019 erneut angeklagt worden. Noch bevor der neue Prozess gegen ihn begann, wurde er tot in seiner Zelle eines New Yorker Gefängnisses gefunden. 

Prinz Andrew war all die Jahre mit Epstein befreundet und soll nach Aussage eines der Opfer auch selbst Sex mit Minderjährigen gehabt haben. In dem BBC-Interview wies der Royal – so wie bereits zuvor – alle Vorwürfe zurück und versuchte, die Fragen der Reporterin mit teils bizarren Beteuerungen zu parieren. PR-Experten und nahezu die gesamte britische Presse sprach im Anschluss von einem "Desaster", von einem verheerenden Auftritt, der dem Königshaus eine neue "PR-Katastrophe" beschert habe.

Andrew ist das dritte der vier Kinder von Queen Elizabeth II. Wie viele ranghohe Mitglieder des Königshauses ist auch er Schirmherr von Wohltätigkeitsorganisationen und anderen bürgerlichen Initiativen. Einige Organisationen haben mitgeteilt, dass sie ihre Zusammenarbeit mit ihm wegen seines Verhaltens überprüften.