Griechenland - Festnahme nach Entdeckung von Migranten in Kühllaster Die griechische Polizei hat 41 Migranten in einem Kühl-Lkw entdeckt. Das Land verzeichnet zurzeit den stärksten Anstieg an Flüchtlingszahlen seit 2015. © Foto: Stavros Karitidis/AFP/Getty Images

Die Polizei in Griechenland hat 41 Menschen in einem Kühllastwagen entdeckt. Es soll sich bei den im Lkw versteckten Migranten vor allem um junge Männer aus Afghanistan handeln, teilte die Polizei mit. Die meisten von ihnen seien wohlauf, sieben seien mit Atemproblemen in ein Krankenhaus gebracht worden. Der Lkw-Fahrer, ein Mann aus Georgien, wurde festgenommen.

Die Polizei hatte das Fahrzeug am Morgen im Norden des Landes auf einer Autobahn in Richtung Thessaloniki in der Nähe der Stadt Xanthi aufgespürt. Ein zweiter Verdächtiger türkischer Herkunft, der sich in der Fahrerkabine aufhielt, sei entkommen und werde von der Polizei gesucht, berichtete die lokale Nachrichten-Webseite xanthinews.gr.

Xanthi liegt im Norden Griechenlands, nur wenige Kilometer von der Grenze zur Türkei entfernt. Seit der Unterzeichnung des EU-Türkei-Abkommens im Jahr 2016 und verstärkten Marinepatrouillen in der Ägäis ist die Region ein bevorzugter Ort für Schleuser. Schleusernetzwerke nutzen die Notlage vieler Menschen aus und transportieren Migranten aus verschiedenen Weltregionen nach Europa. Die Migrantinnen und Migranten zahlen den Schleusern oft viel Geld und riskieren bei den verbotenen Transporten ihr Leben.

Weitere Festnahmen im Fall der tot aufgefunden vietnamesischen Flüchtlinge

Die Schleusung im Lastwagen ist eine häufige, aber gefährliche Methode. Die versteckten Menschen drohen zu ersticken oder zu erfrieren. Vor etwa einer Woche fanden französische Behörden im Hafen von Calais bei einer Kontrolle acht Menschen in einem Kühllastwagen. Vor knapp zwei Wochen waren in Großbritannien in einem Industriegebiet östlich von London in einem Lkw-Kühlcontainer 39 Leichen entdeckt worden.

Bei den Opfern handelte es sich nach Angaben der Polizei vermutlich um vietnamesische Staatsbürger. In Vietnam wurden nun acht weitere Verdächtige festgenommen. Sie stünden im Verdacht, Mitglieder von Schleuserbanden zu sein, teilte der Polizeichef der Provinz Nghệ An, Nguyen Huu Cau, nach Angaben örtlicher Medien mit.

Bereits in der vergangenen Woche hatte es im Zusammenhang mit dem Fund der Leichen in Vietnam zwei Festnahmen gegeben. In den Provinzen Nghệ An und Hà Tĩnh, aus denen die Opfer zu stammen scheinen, wurden von mutmaßlichen Angehörigen DNA-Proben und Fingerabdrücke genommen, um die Identifizierung zu erleichtern.