Der Schauspieler Bill Cosby ist mit dem Berufungsverfahren gegen seine Verurteilung wegen sexuellen Missbrauchs gescheitert. Ein Berufungsgericht im US-Bundesstaat Pennsylvania bestätigte das Urteil in erster Instanz. Cosby war im vergangenen Jahr zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden.

Das Gericht hatte es als erwiesen angesehen, dass der heute 82-Jährige 2004 sein Opfer Andrea Constand in seinem Haus in Philadelphia unter Drogen gesetzt und sich an ihr vergangen hatte. Der einstige TV-Star legte gegen das Urteil Rechtsmittel ein. Seine Anwälte argumentierten, fünf Frauen hätten bei dem Prozess gegen Cosby nicht als Zeuginnen zugelassen werden dürfen. Das Berufungsgericht dagegen entschied nun, die Angaben der Frauen hätten Cosbys "Strategie für sexuelle Angriffe" offengelegt.

Cosby könnte sich in der nächsten Instanz an den obersten Gerichtshof von Pennsylvania wenden. Ob er das plant, ließen seine Anwälte offen. Insgesamt beschuldigen etwa 60 Frauen den Schauspieler des sexuellen Missbrauchs, allerdings sind die meisten Fälle verjährt.

Cosby wurde in den USA jahrzehntelang als "America's Dad" verehrt. In der Rolle als liebenswürdiger Arzt und gutmütiger Familienvater in seiner Cosby Show war er einer der beliebtesten TV-Stars des Landes.