Die Zahl der Gewalttaten gegen Kinder in Konfliktgebieten ist laut Unicef im vergangenen Jahrzehnt deutlich gestiegen. Nach Angaben des Hilfswerks haben die Vereinten Nationen im Jahr 2018 mehr als 24.000 Fälle verzeichnet. Die Zahl sei damit fast dreimal höher gewesen als noch 2010.

Ein "tödliches Jahrzehnt" für Kinder gehe zu Ende, teilte Unicef mit. Seit 2010 seien insgesamt 170.000 schwere Misshandlungen von Kindern in Krisengebieten nachgewiesen worden – durchschnittlich 45 pro Tag. Darunter fielen zum Beispiel Tötungen, Verstümmelungen, sexuelle Gewalt, Entführungen oder Angriffe auf Schulen oder Krankenhäuser.

Auch in diesem Jahr habe die Gewalt gegen Minderjährige in diesen Regionen nicht nachgelassen. In der ersten Jahreshälfte von 2019 hätten die Vereinten Nationen bereits mehr als 10.000 Gewalttaten gegen Minderjährige in Krisengebieten registriert.

Teilweise geht der Anstieg der Zahlen dem UN-Kinderhilfswerk zufolge zwar darauf zurück, dass solche Verbrechen in den vergangenen Jahren konsequenter erfasst werden. Dennoch geht Unicef davon aus, dass auch die tatsächliche Gewalt gegen Kinder deutlich zugenommen hat.

"Konflikte auf der Welt dauern länger, lösen mehr Blutvergießen aus und kosten mehr junge Leben", sagte Unicef-Chefin Henrietta Fore. Besonders schlimm sei es derzeit für Kinder unter anderem in Syrien, im Kongo und im Jemen. Das Kinderhilfswerk rief zu einem besseren Schutz von Kindern in Krisengebieten weltweit auf.