Der Generalsekretär der Islamischen Weltliga, Sheikh Mohammad Alissa, wird am Donnerstag kommender Woche laut einer Pressemitteilung das frühere Vernichtungslager Auschwitz besuchen. Damit reise erstmals ein hochrangiger Vertreter einer internationalen islamischen Organisation zu der KZ-Gedenkstätte, teilte der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) mit.

Alissa besucht das ehemalige NS-Vernichtungslager im heutigen Polen demnach gemeinsam mit einer Delegation des American Jewish Committee. Teilnehmen werde auch ZMD-Generalsekretär Abdassamad El Yazidi.

Wie der Verband mitteilte, reist Alissa im Anschluss auf Einladung des ZMD nach Deutschland weiter. Dort will er mit Repräsentanten von Religion, Politik und Gesellschaft zusammenkommen, darunter sind laut den Angaben Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble, Bischöfe und Vertreter des Judentums.

Die Islamische Weltliga mit Sitz in Mekka ist eine der wichtigsten islamischen Nichtregierungsorganisationen. Ihr Ziel ist die weltweite Vertretung der religiösen und kulturellen Belange von Muslimen. Zu den Mitgliedern zählen führende Gelehrte aus der gesamten islamischen Welt. Die 1962 gegründete Liga wird stark von Saudi-Arabien dominiert und finanziert. Ihr Generalsekretär muss saudischer Staatsbürger sein.