Mallorca und Ibiza wollen den Alkoholtourismus einschränken. Die Regionalregierung der Baleareninseln hat ein Gesetz verabschiedet, das an bestimmten Orten das Bewerben von Alkoholkonsum und den Verkauf alkoholischer Getränke einschränkt. Dabei handelt es sich um Bereiche, an denen es häufig zu Trinkexzessen unter den Touristen kommt. Dazu gehören nach Angaben der Regierung die Strände von El Arenal und Magaluf auf Mallorca und das Barviertel von Sant Antoni de Portmany auf Ibiza.

Unter anderem werden dort künftig Flatrate-Saufen, Happy-Hour-Angebote, Rabatte auf alkoholische Getränke und organisierte Kneipentouren verboten. Lokalen, die dagegen verstoßen, droht bis zu 600.000 Euro Strafe. Ziel sei es, "einen echten Wandel im Tourismuskonzept dieser Orte" zu erreichen, teilte die Regierung mit.

Weiterhin wird das sogenannte "Balconing" verboten, womit das Springen vom Balkon in Hotelpools oder auf benachbarte Balkons bezeichnet wird. Hierauf stehen Strafen zwischen 6.000 und 60.000 Euro. Bei den Sprüngen sind in der Vergangenheit mehrere Menschen verletzt und getötet worden.

Insbesondere auf Mallorca und Ibiza ist der Alkoholkonsum von Touristen häufig sehr hoch, Ferienorte wie Magaluf sind berüchtigt für Alkoholexzesse und sind beliebte Zentren des Partytourismus. Die Behörden auf den Inseln versuchen bereits seit Längerem, gegen diesen Zustand vorzugehen.

So hat die Stadtverwaltung von Palma de Mallorca bereits 2016 den Alkoholverkauf rund um den Ballermann eingeschränkt, etwa mit einem Verkaufsverbot in der Nacht. 2017 kam es auf Mallorca zu Demonstrationen Tausender Inselbewohner, die gegen nachlässiges Verhalten von Touristen, aber auch gegen den Massentourismus insgesamt protestierten. 2018 verzeichneten die Baleareninseln insgesamt 14 Millionen Touristen.