Das Ideal der ewig währenden Liebe, aus der irgendwann der "Bund fürs Leben" wird und ein Kind entsteht – mit der gelebten Realität hat diese Vorstellung in Deutschland immer weniger zu tun. Rund ein Drittel der 2018 in Deutschland geschlossenen Ehen wurde rein rechnerisch wieder geschieden. Gut ein Drittel der 2015 in Deutschland geborenen Kinder hatte nicht verheiratete Eltern. Und rund ein Drittel aller Berliner Haushalte mit minderjährigen Kindern besteht aus Alleinerziehenden.

Im Schnitt führen wir drei bis vier Beziehungen in unserem Leben – da gehören Trennungen, so schmerzhaft sie sein mögen, dazu. Auch Trennungen, in die Kinder involviert sind. Patchworkfamilien sollten längst als normal gelten.

Patchwork – also "Flickwerk" – will in einem zweiten Versuch zusammenhalten, was im ersten nicht geklappt hat. Zwei Menschen finden zusammen und bringen ihre Kinder mit in die neue Beziehung. Dabei hoffen sie auf möglichst wenig Konflikte mit den Ex-Partnern und Ex-Partnerinnen und darauf, dass man nun zu einer großen Familie wird.

Der Ruf solcher Familienmodelle ist hingegen zweifelhaft. Zu welchen Schwierigkeiten es beim Zusammenleben letztlich kommen kann, ist in Artikeln oft und ausführlich beschrieben worden: "Ein Spagat, der Eltern und Kindern alles abverlangt" überschrieb die ZEIT einen langen Text über Patchworkfamilien, in dem von Stress, Verletzungen und fehlender Anerkennung zu lesen war. "Die Liebeslüge" betitelte die Süddeutsche Zeitung das "vermeintliche Modell der Zukunft" Patchwork, das "viel mehr Opfer als gedacht" fordere.

In der Redaktion von ZEIT ONLINE haben wir uns gefragt, welche "Opfer" man in einer Patchworkfamilie wirklich bringt. Sind es tatsächlich so viele? Ist das Patchworkleben am Ende nicht spannender und lebhafter, weil die Familien größer und zusammengewürfelt sind oder einfach nur anders? Und vor allem: Wie sehr unterscheidet sich die "klassische" Familie von der Patchworkfamilie?

Wir würden darum gern Sie, liebe Leserinnen und Leser, nach Ihren Erfahrungen und Erlebnissen fragen. Leben Sie vielleicht selbst in einer Patchworkfamilie mit vielen Kindern? Funktioniert Ihr Alltag dabei gar nicht so schlecht? Haben Sie anfängliche Probleme in Ihrer Patchworkfamilie überwunden und Ihren Frieden mit der neuen Situation gemacht?

Uns würden außerdem Ihre Meinungen zu Trennungen nach jahrzehntelangen Ehen interessieren. Schließlich waren Trennungen lange ein Phänomen der jüngeren Generation und kommen nun häufiger auch in hohem Alter vor. Kennen Sie solche Fälle? Halten Sie Trennungen auch dann für richtig? Und könnten Sie und Ihre Patchworkfamilie sich vorstellen, von einer unserer ReporterInnen für eine längere Reportage begleitet zu werden?

Dann melden Sie sich gern bei uns! Wir freuen uns, wenn Sie Ihre Geschichten im Formular oder im Kommentarbereich schildern. Alternativ können Sie auch eine E-Mail an community-redaktion@zeit.de senden. Ausgewählte Beiträge möchten wir veröffentlichen, auf Wunsch gern anonym. Wenn Sie und Ihre Familie bereit sind, sich für eine Reportage begleiten zu lassen, können Sie sich gern auch direkt an unser Schwerpunkt-Ressort X wenden: x@zeit.de.

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