Jeder dritte Wohnungssuchende mit Migrationshintergrund erlebt Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage der Antidiskriminierungsstelle des Bundes hervor, wie Zeitungen der Funke-Mediengruppe berichten. 35 Prozent berichteten der repräsentativen Umfrage zufolge von rassistischer Diskriminierung.

"Oft reicht schon ein fremd klingender Name, um gar nicht erst zur Wohnungsbesichtigung eingeladen zu werden", sagte der kommissarische Leiter der Antidiskriminierungsstelle, Bernhard Franke, den Zeitungen. Offen rassistische Wohnungsanzeigen gehörten "noch immer zum Alltag". Franke fordert Gesetzesänderungen, etwa ein Verbot diskriminierender Wohnungsanzeigen wie bei Stellenanzeigen. Für die Umfrage wurden mehr als 1.000 deutschsprachige Personen über 16 Jahre zu ihren Erfahrungen auf dem Wohnungsmarkt befragt.

29 Prozent der Menschen haben angegeben, sehr große oder große Bedenken zu haben, wenn in die benachbarte Wohnung oder ins Nachbarhaus eine Person einzöge, die nach Deutschland eingewandert ist. Die Vorstellung, eine eigene Wohnung an sie zu vermieten, sorge bei 41 Prozent für Bedenken.

Die Umfrage zeigt laut Bericht zugleich ein hohes Problembewusstsein in Deutschland. Die große Mehrheit der Befragten (83 Prozent) sei der Ansicht, dass Diskriminierung aus rassistischen Gründen, wegen Zugehörigkeit zu einer ethnischen Gruppe oder ausländischer Herkunft bei der Wohnungssuche häufig vorkomme. Problembewusstsein und eigene Einstellungen passten jedoch oft nicht zueinander, hieß es.