Lesbos - Griechische Polizei setzt Tränengas gegen Geflüchtete ein Bei Protesten gegen die Überfüllung von Geflüchtetenlagern auf Lesbos ist es zu Ausschreitungen gekommen. Die Polizei setzte Tränengas gegen die Demonstrierenden ein. © Foto: Manolis Lagoutaris/​AFP/​Getty Images

Auf der griechischen Insel Lesbos haben Migrantinnen und Migranten gegen die Verschärfung des Asylrechts
demonstriert. Etwa 2.000 Menschen haben dafür das überfüllte Registrierlager Moria verlassen und sich auf den Weg in die Inselhauptstadt Mytilini gemacht. Zwei Sondereinheiten der Polizei blockierten ihnen den Weg und gingen mit Tränengas gegen die Demonstrierenden vor.

Die Menschen forderten, dass ihre Asylanträge bearbeitet werden, und protestierten gegen die schlechten Bedingungen im überfüllten Lager Moria. Sie hielten unter anderem Plakate mit der Aufschrift "Freiheit" hoch.

Angesichts der hohen Zahl geflüchteter Menschen, die in den vergangenen Monaten von der Türkei aus auf den griechischen Inseln angekommen waren, verabschiedete die konservative Regierung in Athen ein Gesetz, das im Januar in Kraft trat. Es sieht kurze und begrenzte Fristen für die Prüfung von Asylanträgen vor, um die Menschen schneller zurückzuführen, die "keinen internationalen Schutz benötigen" oder deren Asylanträge abgelehnt wurden. Zahlreiche Migranten befürchten nun, dass die griechische Regierung sie bald in die Türkei oder ihre Herkunftsländer abschieben könnte.

Griechenland war im vergangenen Jahr nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks erneut das Land in Europa, in dem die meisten Migranten und Flüchtlinge angekommen sind. Mehr als 40.000 Menschen befinden sich derzeit in überfüllten Flüchtlingslagern auf den griechischen Ägäis-Inseln. Eigentlich haben diese Lager nur Kapazitäten für rund 6.200 Menschen. Hilfsorganisationen kritisierten in den vergangenen Monaten wiederholt die dortigen Zustände als unmenschlich.