Modedesigner Wolfgang Joop hat sich für seine Aussage zum früheren Umgang mit Models entschuldigt. "Meine Aussage bezüglich der Sünde in der Modewelt war im Kontext deplatziert", schrieb Joop bei Facebook und Instagram. Für seine Wortwahl im Gespräch mit dem Spiegel wolle er sich bei all jenen entschuldigen, die dies verärgert oder verletzt habe. Er lehne jegliche Form von Machtmissbrauch und Gewalt "damals wie auch heute zutiefst ab".
In dem Interview hatte Joop gesagt, die frühere Modewelt sei "so wunderbar frivol und frigide" gewesen: "Alles war käuflich. Die Agenturen gaben die Schlüssel zu den Zimmern der Models, die nicht so viel Geld brachten, an reiche Männer." Auf die Entgegnung, dass dies doch fürchterlich sei, antwortete Joop: "Ja. Aber wirklich schön ist die Modewelt nur, wenn es auch die Sünde gibt."
Für seine Äußerungen war Joop kritisiert worden. Die Grüneneuropaabgeordnete Katrin Langensiepen etwa bezeichnete die Äußerungen auf Twitter als "Verherrlichung von Gewalt und Demütigung von Frauen".
Joop schrieb nun, er habe mit drastischen Worten "auf die Korruption und Frivolität der siebziger und achtziger Jahre der Branche" hingewiesen. Deren Bestandteil sei "bedauerlicherweise auch der respektlose und missbräuchliche Umgang mit Models" gewesen.