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Rund 30 Minuten vor der Impfung sitzen Harry und Dieter* vor dem Robert-Bosch-Krankenhaus in Stuttgart und rauchen. Harry hat eine Umhängetasche dabei, darin stecken die Papiere mit seiner Krankengeschichte, Herz-Kreislauf-Tropfen und eine Tavor, für alle Fälle.

Er sagt: "Mir geht der Stift ein bisschen."
"Alles gut", sagt Dieter, ein warmes Brummen.
Harry sagt: "Mir geht der Arsch auf Grundeis."

An diesem Tag Mitte September, an dem die Sonne das Krankenhaus und die umliegenden Weinberge in ein mildes Licht taucht, nimmt Harry zum zweiten Mal Anlauf, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Den ersten Versuch vor zwei Wochen musste er abbrechen – Panikattacke. Für den zweiten Versuch hat er ein paar Vorkehrungen getroffen: Impfen nur im Liegen. Impfung nur durch einen Arzt. OP-Maske statt FFP2-Maske, weil man so mehr Luft bekommt.