In Mexiko sind bei einem Lastwagenunfall mehr als 50 Migrantinnen und Migranten ums Leben gekommen. Nach Behördenangaben überschlug sich der Lkw auf einer Fernstraße im südlichen Staat Chiapas. Laut der Nachrichtenagentur AP starben nach Behördenangaben 53 Menschen, 54 weitere wurden teils schwer verletzt. Die Nachrichtenagentur KNA gab die Zahl der Toten mit mindestens 54 an.
Der Leiter der Zivilschutzbehörde des Staates, Luis Manuel Moreno, sagte, 21 Personen seien mit schweren Verletzungen in Krankenhäuser eingeliefert worden, drei seien in einem kritischen Zustand. Das Schicksal des Fahrers war zunächst nicht bekannt.
Das Fahrzeug befand sich den Angaben zufolge auf dem Weg nach Tuxtla Gutierrez. Es ist nicht unüblich, dass im südlichen Mexiko bei Menschenschmuggleroperationen so viele Menschen in einem Lastwagen transportiert werden.
Moreno sagte zu dem Unfallhergang, anscheinend habe das schiere Gewicht der vielen Menschen den Lastwagen zum Kippen gebracht. Beim Überschlagen sei das Fahrzeug gegen eine stählerne Fußgängerbrücke gekracht.
Guatemala bietet Unterstützung bei Identifizierung der Opfer an
In einer ersten Reaktion drückte Mexikos Präsident Andres Manuel Lopez Obrador den Angehörigen sein Bedauern aus: "Ich umarme die Familien der Opfer", schrieb er auf Twitter. Guatemalas Präsident Alejandro Giammattei bot seine Unterstützung bei der Identifizierung und Rückführung möglicher Opfer an. Guatemala grenzt an die Provinz Chiapas.
Aktivisten, die mit Überlebenden sprachen, berichteten, die Migranten seien nahe der Grenze zu Guatemala in den Lkw gestiegen. Sie hätten zwischen 2.500 und 3.000 Dollar dafür gezahlt, in den zentralen mexikanischen Staat Puebla gebracht zu werden. Dort hätten sie vermutlich mit anderen Schmugglern eine Fahrt an die US-Grenze buchen müssen.
Mexiko ging zuletzt hart gegen Migranten aus Mittelamerika, Kuba, Venezuela und Haiti vor. Im laufenden Jahr sind nach offiziellen Angaben bereits 228.115 Migranten festgenommen worden. Das ist laut Portal La verdad noticias ein neuer Höchststand und eine Steigerung zum Vorjahreszeitraum um 37 Prozent. Zudem starben im laufenden Jahr bereits 650 Migranten an der US-mexikanischen Grenze. Das sei der höchste Stand seit sieben Jahren.