Julia Böcker ist Kultursoziologin an der Leuphana Universität Lüneburg. In ihrer Dissertation "Fehlgeburt und Stillgeburt. Eine Kultursoziologie der Verlusterfahrung" untersucht sie, wann welche Verluste gesellschaftlich als legitim gelten. Böcker wurde dafür mit dem Deutschen Studienpreis der Körber-Stiftung 2022 und dem Dissertationspreis der Deutschen Gesellschaft für Soziologie 2022 ausgezeichnet.
ZEIT ONLINE: Frau Böcker, jede Minute sterben weltweit 44 Kinder noch vor der Geburt. Fehlgeburten sind also statistisch gesehen etwas sehr Alltägliches. Mit ihrer Trauer bleiben Betroffene aber trotzdem oft allein. Warum ist das so?