Nach positiven Aussagen über Hitler und Nazis hat Twitter das Konto von US-Rapper Kanye West, der sich in Ye umbenannt hat, gesperrt. Zuvor hatte West das Foto eines mit einem Davidstern verschmolzenen Hakenkreuzes gepostet. Twitter-Eigentümer Elon Musk gab kurz darauf bekannt, dass der US-Rapper wegen "Anstiftung zur Gewalt" von der Onlineplattform verbannt werde.

"Ich habe mein Bestes gegeben. Trotzdem hat er wieder gegen unsere Regel gegen Aufstachelung zu Gewalt verstoßen. Konto wird suspendiert", twitterte Musk. 

Kanye West machte zuletzt immer wieder mit antisemitischen Äußerungen von sich reden. An diesem Donnerstag sorgte der umstrittene US-Rapper mit Aussagen über Adolf Hitler und Nazis für Empörung. "Ich mag Hitler" und "ich liebe Nazis", sagte er in einem Interview mit dem bekannten ultrarechten Verschwörungstheoretiker Alex Jones. Als Jones entgegnete, die Nazis hätten "richtig schlechte Dinge" getan, antwortete West: "Aber sie haben auch gute Dinge getan. Wir müssen aufhören, die Nazis die ganze Zeit zu dissen. (…) Ich liebe Nazis."

Onlinenetzwerk Parler sagt geplanten Kauf ab

Kurz nach dem Auftritt verkündete das rechte Onlinenetzwerk Parler, dass sein geplanter Verkauf an West abgesagt worden sei. Diese Entscheidung sei im gegenseitigen Einverständnis bereits Mitte November getroffen worden, twitterte das Parler-Mutterhaus Parlement Technologies.

Noch im Oktober hatte West einen Aufkauf von Parler angeboten. Damals teilten der Rapper und das Mutterunternehmen Parlement Technologies mit, das geplante Geschäft solle in den letzten drei Monaten des ausklingenden Jahres unter Dach und Fach gebracht werden.

Wegen seiner antisemitischen Äußerungen haben bereits mehrere Unternehmen die Zusammenarbeit mit Kanye West beendet. Zu ihnen zählen der deutsche Sportartikelhersteller adidas, die Modekette Gap sowie die Luxusmarke Balenciaga.

Erst kürzlich sorgte der jahrelang mit Reality-TV-Star Kim Kardashian verheiratete West für Aufsehen, als er zusammen mit dem bekannten Antisemiten und Holocaustleugner Nick Fuentes bei Ex-Präsident Donald Trump auf dessen Anwesen Mar-a-Lago in Florida zu Abend aß.