Jugendliche in Deutschland haben überwiegend ein positives Verhältnis zu Staat und Gesellschaft und sehen für sich persönlich große Zukunftschancen. Das geht aus der neuen Shell Jugendstudie hervor. Zwar gibt es demnach einen signifikanten Anteil an verdrossenen Jugendlichen, die empfänglich für Populismus sind; ein Großteil der jungen Menschen hat außerdem Angst vor Krieg und anderen Krisen. Insgesamt ist das Vertrauen in die staatlichen Institutionen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt laut der Studie aber stabil. "Junge Menschen sind sehr besorgt, aber pragmatisch und optimistisch zukunftsgewandt", sagte Studienleiter Mathias Albert anlässlich der Vorstellung der Studie in Berlin. Etwa drei Viertel der Jugendlichen sind demnach der Ansicht, dass Deutschland ihnen alle Möglichkeiten bietet, ihre Lebensziele zu verwirklichen.

Wie siehst du die Zukunft unserer Gesellschaft?

Anteil der befragten Jugendlichen, die mit "eher zuversichtlich" antworteten.

71

64

54 %

50

54

52

52

45

45

41

1984

(West)

91

96

99

02

06

10

15

19

2024

ZEIT-GRAFIK/Quelle: Shell Jugendstudie 2024, *Befragt wurden Jugendliche im Alter von

12 bis 25 Jahren in den Shell Jugendstudien 10-19 von 1984-2024

 

Wie siehst du die Zukunft

unserer Gesellschaft?

Anteil der befragten Jugendlichen,

die mit "eher zuversichtlich"

antworteten.

71

64

54 %

50

54

52

52

45

45

41

1984

(West)

91

96

99

02

06

10

15

19

2024

ZEIT-GRAFIK/Quelle: Shell Jugendstudie 2024,

*Befragt wurden Jugendliche im Alter von

12 bis 25 Jahren in den Shell Jugendstudien

10-19 von 1984-2024

 

Wie siehst du die Zukunft

unserer Gesellschaft?

Anteil der befragten Jugendlichen,

die mit "eher zuversichtlich"

antworteten.

71

64

54 %

50

54

52

52

45

45

41

1984

(West)

91

96

99

02

06

10

15

19

2024

ZEIT-GRAFIK/Quelle: Shell Jugendstudie 2024,

*Befragt wurden Jugendliche im Alter von

12 bis 25 Jahren in den Shell Jugendstudien

10-19 von 1984-2024

Wie siehst du die Zukunft unserer Gesellschaft?

Anteil der befragten Jugendlichen, die mit "eher zuversichtlich" antworteten.

71

64

54 %

50

54

52

52

45

45

41

1984

(West)

91

96

99

02

06

10

15

19

2024

ZEIT-GRAFIK/Quelle: Shell Jugendstudie 2024, *Befragt wurden Jugendliche im Alter von

12 bis 25 Jahren in den Shell Jugendstudien 10-19 von 1984-2024

 

Wie siehst du die Zukunft

unserer Gesellschaft?

Anteil der befragten Jugendlichen,

die mit "eher zuversichtlich"

antworteten.

71

64

54 %

50

54

52

52

45

45

41

1984

(West)

91

96

99

02

06

10

15

19

2024

ZEIT-GRAFIK/Quelle: Shell Jugendstudie 2024,

*Befragt wurden Jugendliche im Alter von

12 bis 25 Jahren in den Shell Jugendstudien

10-19 von 1984-2024

 

Wie siehst du die Zukunft

unserer Gesellschaft?

Anteil der befragten Jugendlichen,

die mit "eher zuversichtlich"

antworteten.

71

64

54 %

50

54

52

52

45

45

41

1984

(West)

91

96

99

02

06

10

15

19

2024

ZEIT-GRAFIK/Quelle: Shell Jugendstudie 2024,

*Befragt wurden Jugendliche im Alter von

12 bis 25 Jahren in den Shell Jugendstudien

10-19 von 1984-2024

Untersucht wurden für die Studie die Einstellungen von Zwölf- bis 25-Jährigen in Deutschland. Im Vergleich zu den früheren Shell Jugendstudien zeigt sich dabei ein deutlicher Anstieg beim Interesse für Politik. Mehr als die Hälfte der jungen Menschen bezeichnet sich der Studie zufolge als politisch interessiert. Die Bereitschaft zum eigenen Engagement ist von 22 Prozent im Jahr 2002 auf 37 Prozent in diesem Jahr gestiegen. 75 Prozent der Befragten zeigten sich zudem mit der Demokratie zufrieden. 

Männliche Jugendliche bezeichnen sich häufiger als rechts

Besonders groß ist das Vertrauen der Jugendlichen laut der Studie in regierungsunabhängige Institutionen wie das Bundesverfassungsgericht und die Polizei. Einen Anstieg beobachten die Forscher auch beim Vertrauen in die Bundeswehr und die EU. Die Bundesregierung hat der Studie zufolge bei den Jugendlichen an Vertrauen eingebüßt, wird aber im Durchschnitt noch immer positiv bewertet. Eher weniger Vertrauen haben die Jugendlichen in politische Parteien sowie in die Kirchen. 

Wie interessiert bist du an Politik?

Anteil der befragten Jugendlichen, die mit "stark interessiert« oder

"interessiert" antworteten.

57

55 %

47

47

45

43

40

39

34

1984

(West)

91

96

99

02

06

10

15

19

2024

ZEIT-GRAFIK/Quelle: Shell Jugendstudie 2024, *Befragt wurden Jugendliche im Alter von

12 bis 25 Jahren in den Shell Jugendstudien 10-19 von 1984-2024

Wie interessiert bist du

an Politik?

Anteil der befragten Jugendlichen,

die mit "stark interessiert« oder

"interessiert" antworteten.

57

55 %

47

47

45

43

40

39

34

1984

(West)

91

96

99

02

06

10

15

19

2024

ZEIT-GRAFIK/Quelle: Shell Jugendstudie 2024,

*Befragt wurden Jugendliche im Alter von

12 bis 25 Jahren in den Shell Jugendstudien

10-19 von 1984-2024

Wie interessiert bist du

an Politik?

Anteil der befragten Jugendlichen,

die mit "stark interessiert« oder

"interessiert" antworteten.

57

55 %

47

47

45

43

40

39

34

1984

(West)

91

96

99

02

06

10

15

19

2024

ZEIT-GRAFIK/Quelle: Shell Jugendstudie 2024,

*Befragt wurden Jugendliche im Alter von

12 bis 25 Jahren in den Shell Jugendstudien

10-19 von 1984-2024

Wie interessiert bist du an Politik?

Anteil der befragten Jugendlichen, die mit "stark interessiert« oder

"interessiert" antworteten.

57

55 %

47

47

45

43

40

39

34

1984

(West)

91

96

99

02

06

10

15

19

2024

ZEIT-GRAFIK/Quelle: Shell Jugendstudie 2024, *Befragt wurden Jugendliche im Alter von

12 bis 25 Jahren in den Shell Jugendstudien 10-19 von 1984-2024

Wie interessiert bist du

an Politik?

Anteil der befragten Jugendlichen,

die mit "stark interessiert« oder

"interessiert" antworteten.

57

55 %

47

47

45

43

40

39

34

1984

(West)

91

96

99

02

06

10

15

19

2024

ZEIT-GRAFIK/Quelle: Shell Jugendstudie 2024,

*Befragt wurden Jugendliche im Alter von

12 bis 25 Jahren in den Shell Jugendstudien

10-19 von 1984-2024

Wie interessiert bist du

an Politik?

Anteil der befragten Jugendlichen,

die mit "stark interessiert« oder

"interessiert" antworteten.

57

55 %

47

47

45

43

40

39

34

1984

(West)

91

96

99

02

06

10

15

19

2024

ZEIT-GRAFIK/Quelle: Shell Jugendstudie 2024,

*Befragt wurden Jugendliche im Alter von

12 bis 25 Jahren in den Shell Jugendstudien

10-19 von 1984-2024

Die politische Selbstpositionierung bleibt stabil: Auf einer Skala von eins bis elf stufen sich die Jugendlichen im Schnitt mit einem Mittelwert von 5,3 leicht links ein. Bemerkenswert ist den Autoren zufolge allerdings die politische Entwicklung bei männlichen Jugendlichen: Während die Werte bei Mädchen und jungen Frauen weitgehend unverändert sind, ordnet sich jeder vierte Junge oder junge Mann derzeit als rechts oder eher rechts ein – vor fünf Jahren war es noch jeder fünfte.

Ost-West-Lücke auch bei Jugendlichen

Auffallende Unterschiede bestehen der Studie zufolge auch in den Sichtweisen zwischen Jugendlichen in West- und Ostdeutschland: Während die Demokratiezufriedenheit bei westdeutschen Jugendlichen mit 77 Prozent stabil ist, ist sie bei den ostdeutschen Jugendlichen leicht zurückgegangen und liegt jetzt bei 60 Prozent. Auch machen sich junge Menschen in Ostdeutschland häufiger und intensiver Sorgen – nur die Angst vor Ausländerfeindlichkeit ist bei westdeutschen Jugendlichen stärker ausgeprägt. Gleich verteilt ist in Ost und West die Sorge um Umwelt und Klima.

Als durchgängig verdrossen charakterisieren die Studienautoren zwölf Prozent der jungen Menschen. "Daneben gibt es einen erheblichen Anteil kritischer und unzufriedener Jugendlicher", sagt Studienleiter Albert. Diese Jugendlichen seien leicht durch Populismus erreichbar, kritisch gegenüber Staat und Gesellschaft eingestellt und sähen sich als benachteiligte Modernisierungsverlierer. Sie positionierten sich "konträr zu allem, was pluralisierten Lebensstilen entspricht". Besonders Jugendliche mit eher niedrigem Bildungsstand sowie auffallend viele junge Männer und Jugendliche aus den ostdeutschen Bundesländern gehörten zu dieser Gruppe. "Nichtsdestotrotz: Die verdrossenen und unzufriedenen Jugendlichen prägen keinesfalls die ganze Generation", sagt Albert.

Konsens bei Ukrainekrieg, Ambivalenz bei Nahost

Angst machen einer großen Mehrheit der Jugendlichen die Themen Krieg (81 Prozent) sowie die wirtschaftliche Lage und womöglich steigende Armut (67 Prozent). Die Sorge, selbst arbeitslos zu werden, hat dagegen nur noch rund ein Drittel der Jugendlichen – laut Albert ein historischer Tiefstand.

Wovon fühlst du dich betroffen?

90 %

81

80

67

66

70

63

59

60

55

58

58

50

50

40

35

30

0

2002

06

10

15

19

2024

Krieg in Europa

Ausländerfeindlichkeit

Wirtschaftliche Lage/ Steigende Armut

Arbeitslosigkeit/Kein Ausbildungsplatz

Klimawandel

©ZEIT-Grafik/Shell Jugendstudie 2024

Wovon fühlst du dich betroffen?

90 %

81

80

67

66

70

63

59

60

55

58

58

50

50

40

35

30

0

2002

06

10

15

19

2024

Krieg in Europa

Wirtschaftliche Lage/ Steigende Armut

Klimawandel

Ausländerfeindlichkeit

Arbeitslosigkeit/Kein Ausbildungsplatz

©ZEIT-Grafik/Shell Jugendstudie 2024

Wovon fühlst du dich betroffen?

90 %

81

80

67

66

70

63

59

60

55

58

58

50

50

40

35

30

0

2002

06

10

15

19

2024

Krieg in Europa

Wirtschaftliche Lage/ Steigende Armut

Klimawandel

Ausländerfeindlichkeit

Arbeitslosigkeit/Kein Ausbildungsplatz

©ZEIT-Grafik/Shell Jugendstudie 2024

Wovon fühlst du dich betroffen?

90 %

81

80

67

66

70

63

59

60

55

58

58

50

50

40

35

30

0

2002

06

10

15

19

2024

Krieg in Europa

Ausländerfeindlichkeit

Wirtschaftliche Lage/ Steigende Armut

Arbeitslosigkeit/Kein Ausbildungsplatz

Klimawandel

©ZEIT-Grafik/Shell Jugendstudie 2024

Wovon fühlst du dich betroffen?

90 %

81

80

67

66

70

63

59

60

55

58

58

50

50

40

35

30

0

2002

06

10

15

19

2024

Krieg in Europa

Wirtschaftliche Lage/ Steigende Armut

Klimawandel

Ausländerfeindlichkeit

Arbeitslosigkeit/Kein Ausbildungsplatz

©ZEIT-Grafik/Shell Jugendstudie 2024

Wovon fühlst du dich betroffen?

90 %

81

80

67

66

70

63

59

60

55

58

58

50

50

40

35

30

0

2002

06

10

15

19

2024

Krieg in Europa

Wirtschaftliche Lage/ Steigende Armut

Klimawandel

Ausländerfeindlichkeit

Arbeitslosigkeit/Kein Ausbildungsplatz

©ZEIT-Grafik/Shell Jugendstudie 2024

Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine verurteilen zwei Drittel der Jugendlichen. Ebenso viele halten eine starke Nato für notwendig. "Junge Leute urteilen relativ klar", sagt Albert. Wie in anderen Altersgruppen blicken aber auch Jugendliche in Ost und West unterschiedlich auf Russland und die Ukraine: 21 Prozent der ostdeutschen Jugendlichen lehnen die Aussage ab, dass Russland für seinen Angriff auf die Ukraine bestraft werden müsse, im Westen sind es nur 13 Prozent. Einer andauernden militärischen Unterstützung der Ukraine stimmen im Osten 44 Prozent der Jugendlichen zu, im Westen 52 Prozent. Insgesamt beobachten die Studienautoren einen Rückgang bei der Zustimmung zur fortdauernden Militärhilfe für das Land.

Ein weniger eindeutiges Bild zeigt sich bei der Bewertung des Gazakriegs. Ein Drittel der Jugendlichen hält die deutsche Unterstützung für Israel nach dem Hamas-Überfall für richtig, ein ebenso großer Anteil lehnt sie ab. Die übrigen Befragten waren unentschieden oder wollten keine Position beziehen.

Ob die Frage nach einer besonderen Verpflichtung Deutschlands gegenüber Israel bejaht wird, hängt den Studienautoren zufolge stark vom Bildungshintergrund ab: Nur 16 Prozent der Jugendlichen mit niedriger Bildungsposition halten diese Verpflichtung für richtig. Bei Jugendlichen mit mittlerer Bildung sind es 26 Prozent, bei solchen mit höherer Bildung 37 Prozent. Unterschiede zwischen den Geschlechtern sowie Ost und West gibt es der Studie zufolge in dieser Frage kaum. Dasselbe gilt insgesamt betrachtet für Jugendliche mit und ohne Migrationsgeschichte. Jugendliche mit arabischem oder türkischem Migrationshintergrund stimmen der Frage nach der besonderen Verpflichtung jedoch nur zu 26 Prozent zu. 42 Prozent – und damit deutlich mehr als in allen anderen Gruppen – lehnen dies explizit ab.

Keine "Generation Krise"

Außer auf die Kriege im Nahen Osten und der Ukraine verweisen die Studienautoren auf eine Reihe weiterer Krisen, die für Jugendliche prägend waren oder sind, darunter die Coronapandemie mit ihren Lockdowns und die hohe Inflation. Insgesamt attestieren die Autoren der jungen Generation ein hohes Maß an Resilienz. "Viele Krisen machen noch keine 'Generation Krise'", heißt es in der Studie.  

Für die Jugendstudie befragten die Forscherinnen und Forscher 2.509 Menschen der Jahrgänge 1998 bis 2012. Geschlechter, Jahrgänge, Migrationshintergründe, soziale Herkunft, Bildungsstand und weitere Identitätsmerkmale wurden repräsentativ berücksichtigt.