Nach der mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung einer 18-Jährigen in Freiburg sucht die Polizei zwei weitere Verdächtige. Die Ermittlungen hätten zwei neue DNA-Spuren ergeben, sagte Bernd Belle von der Freiburger Kriminalpolizei. Die Spuren gehörten zu keinem der acht Verdächtigen, die bisher verhaftet worden seien. Acht Männer sitzen in Untersuchungshaft – sieben Syrer im Alter von 19 bis 29 Jahren und ein 25 Jahre alter Deutscher.     

Zwei weitere DNA-Spuren hätten hingegen einen Treffer in der DNA-Datenbank ergeben. Sie ließen sich zwei der Verdächtigen zuordnen.  

Der 22-jährige Haupttäter, der das Opfer in einer Diskothek angesprochen hatte, wurde bereits als Intensivtäter geführt. Laut Belle war seine Festnahme bereits für einen späteren Zeitpunkt geplant, durch die Vergewaltigung sei dieser Plan aber überholt worden. Seit Sommer 2018 soll er nach und nach mehrere Straftaten begangen haben. Es gehe um drei Körperverletzungen und zwei Taten mit Sexualbezug. Im vergangenen Jahr soll es zu einer Vergewaltigung in seiner Wohnung gekommen sein, an der auch ein weiterer mutmaßlicher Täter des jetzigen Falls beteiligt gewesen sein soll.

Am 13. Oktober soll die 18 Jahre alte Studentin nach einem Discobesuch von mehreren Männern vergewaltigt worden sein. Laut Polizei hatte sie Rauschmittel in Tablettenform, vermutlich Ecstasy, und ein "offenes" Getränk konsumiert. Gegen Mitternacht verließ die junge Frau dann laut Polizei den Club in Begleitung des Hauptverdächtigen. Beide seien in ein nahe gelegenes Waldstück gegangen. Dort soll der zum Tatzeitpunkt noch 21 Jahre alte Mann die junge Frau vergewaltigt haben. Anschließend soll er zurück in den Club gegangen sein. Dort habe er mehreren Männern gesagt, dass die Frau wehrlos im Wald liege. Diese seien dann nach und nach zu der jungen Frau gegangen und sollen sie ebenfalls vergewaltigt haben.

Ob das Opfer durch die Rauschmittel wehrlos wurde, gab die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen nicht preis. Zum aktuellen Zustand der Frau sagte Kriminalpolizist Belle: "Das Opfer wirkt für uns stabil." Sie habe allerdings vor Kurzem berichtet, dass die große Medienberichterstattung für sie belastend sei. "Wir begleiten das Opfer fast täglich", sagte Belle. Experten für Opferschutz seien eingeschaltet.

Freiburgs Polizeipräsident Bernhard Rotzinger erklärte, dass er die Sicherheitslage in der Stadt trotz des Vorfalls für stabil halte. Seit 2016 würden aber mehr sexuelle Übergriffe angezeigt. Als Gründe nennt Rotzinger das vor zwei Jahren verschärfte Sexualstrafrecht sowie eine gewachsene Sensibilität.