Bei Vätern wächst die Bereitschaft, sich um Kinder zu kümmern und dafür vorübergehend aus dem Beruf auszusteigen. Mehr als 38.000 Väter haben Elterngeld für Kinder in Anspruch genommen, die im ersten Quartal 2010 geboren wurden. Das sind 7,5 Prozent mehr als im Jahr zuvor, berichtet das Statistische Bundesamt. Insgesamt bezogen 2,5 Prozent mehr Eltern die staatlichen Leistungen als im Vorjahreszeitraum.

Etwa jedes vierte Kind, das in den ersten drei Monaten des vergangenen Jahres zur Welt kam, sei zeitweise von seinem Vater betreut worden, der in dieser Zeit Elterngeld bekam. Fast jeder dritte Vater bezog das Elterngeld unmittelbar nach der Geburt. Durchschnittlich nahmen Väter 3,4 Monate lang Elterngeld in Anspruch, Mütter ein knappes Jahr.

Die Kosten für das Elterngeld bei Vätern sind allerdings höher. Sie erhielten nach der Statistik im ersten Bezugsmonat bundesweit durchschnittlich 1.182 Euro Elterngeld, das ist über ein Drittel mehr als die vor der Geburt erwerbstätigen Mütter erhielten. Deren Elterngeld betrug im Schnitt 868 Euro monatlich. In der Regel liegt das Elterngeld bei 67 Prozent des letzten Netto-Einkommens, höchstens aber bei 1.800 Euro und mindestens bei 300 Euro.

Die Statistik könnte den Befürwortern des Elterngelds Auftrieb geben. Der gleichzeitige Anstieg von Leistungsempfängern und Geburten könnte ihr Argument bekräftigen, mit dem Staatsgeld werde die Familienplanung attraktiver. Die frühere Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) hatte das Elterngeld auch gegen Widerstände in den eigenen Reihen Anfang 2007 eingeführt. Eltern erhalten seitdem bis zu 14 Monate lang Geld vom Staat für Neugeborene als Lohnersatz.