Zur besseren Integration von Flüchtlingen hat Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt eine Ausweitung des Rechtsanspruchs auf einen Kitaplatz gefordert. "Wir brauchen einen einklagbaren Rechtsanspruch auf einen Kita-Ganztagsplatz für alle Kinder. Dieser gilt dann für Flüchtlingskinder genauso wie für deutsche", sagte Göring-Eckardt den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Viele Kinder kommen erst mit vier oder fünf Jahren nach Deutschland – und einen Rechtsanspruch gibt es bisher nur für unter Dreijährige. Das wollen wir rasch ändern."

Bildung sei für die Integration ein extrem wichtiger Punkt, sagte Göring-Eckardt. Sie forderte die Bundesregierung auf, eine Milliarde Euro jährlich in den weiteren Kita-Ausbau zu investieren. Es dürfe keine Konkurrenz zwischen Einheimischen und Flüchtlingen um Kitaplätze geben. Auch für die Schulen forderte sie darüber hinaus eine Milliarde Euro. Aufgrund der hohen Steuereinnahmen könne die Aufgabe bewältigt werden, ohne die Bürger stärker zu belasten.

Eine Begrenzung des Familiennachzugs für Flüchtlinge, wie sie von der Union gefordert wird, lehnte Göring-Eckardt ab. Dabei führte sie auch Sicherheitsargumente an. "Einige der jungen Männer, die sich auf einer fürchterlichen Flucht nach Deutschland durchschlagen mussten, werden in den Großunterkünften nicht zur Ruhe kommen – und dann kommt es im Zweifel auch zu Aggression", sagte sie. "Wenn sie ihre Familie um sich haben, funktioniert ihre Integration viel besser."